Römisches Reich Anfänge und Ausbreitung des Christentums

Erde - Glaubensgemeinschaften

978-3-14-100870-8 | Seite 37 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 24.000.000
Römisches Reich Anfänge und Ausbreitung des Christentums |  | Erde - Glaubensgemeinschaften | Karte 37/3

Überblick

Ausgangspunkt der Christianisierung des Römischen Reiches war Jerusalem. Die Jünger hatten sich nach der Kreuzigung Jesu Christi zunächst nach Galilaea begeben, waren aber bald nach Jerusalem zurückgekehrt, wo die Gemeinde der Nazarener schon bald etwa 8000 Mitglieder zählte. Während Jakobus als Oberhaupt dieser Gemeinde wirkte, missionierte Petrus in Syrien, Johannes in Ephesus und Philippus in Samaria und Caesarea. Um das Jahr 42 soll Petrus Rom besucht und am Aufbau einer dortigen Glaubensgemeinschaft gearbeitet haben, doch ist diese Reise historisch nicht belegt.

Der neben Petrus bedeutendste Apostel war Paulus, der drei große Missionsreisen durch Kleinasien, Griechenland und Makedonien unternahm. Der Konflikt mit rechtgläubigen Juden um die Frage der Beschneidung führte zu seiner Gefangennahme und Überführung nach Rom, wo er vermutlich im Zuge der Christenverfolgung unter Nero ums Leben kam.

Der Zulauf neuer Gläubiger wurde nach dem Tod der Apostel durch soziale Faktoren begünstigt, denn das Christentum stand auch Vertretern der untersten Schichten offen. Die Zahl der Anhänger stieg aber nicht nur unter den Sklaven, Bauern, Handwerkern und Soldaten, sondern auch unter den Begüterten. Im 1. Jahrhundert verbreitete sich der christliche Glaube unter anderem in Palästina, Syrien, Kleinasien (insbesondere in den Provinzen Lykaonien, Pisidien, Phrygien und Asia), in Teilen Makedoniens, Griechenlands und in Rom. Im 2. Jahrhundert erreichte er die Ränder des Vorderen Orients und Kleinasiens, den Balkanraum, Gallien, Spanien und Nordafrika; die Region um Carthago wurde zu einer Hochburg der Christen. In Kleinasien entwickelte sich das Christentum erstmals zur vorherrschenden Religion.

Im Zuge der römischen Reichskrise setzten um die Mitte des 3. Jahrhunderts systematische Christenverfolgungen ein, die gegen Ende des Jahrhunderts unter Kaiser Diokletian einen Höhepunkt erlebten. Beendet wurden sie 311 durch das Toleranzedikt des Galerius. Das Christentum, zu Beginn des 3. Jahrhunderts noch in verstreuten Gemeinden vertreten, breitete sich im Laufe dieses und zu Beginn des folgenden Jahrhunderts in großen Teilen West- und Südeuropas, in Nordafrika, Kleinasien und dem Vorderen Orient immer weiter aus.

Bereits unter Konstantin dem Großen wurde die Ersetzung der römischen Staatsreligion durch das Christentum vorbereitet, die durch Kaiser Theodosius I. im Jahr 380 schließlich durchgeführt wurde. Der christliche Glaube wurde für alle Bürger des Reichs verbindlich, die christliche Religion zur Staatsreligion. Als Reichskirche konnte die durch Lehrstreitigkeiten gefährdete Kirche nicht nur ihre Einheit wahren, sie wurde im 5. Jahrhundert auch angesichts einer zunehmenden Barbarisierung und Regionalisierung im Gefolge der germanischen Völkerwanderung zu einem wesentlichen Träger des römischen Erbes.

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