Pilbara (Nordwestaustralien) - Eisenerzrevier

Australien

978-3-14-100700-8 | Seite 184 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 6.000.000
Pilbara (Nordwestaustralien) | Eisenerzrevier | Australien | Karte 184/2

Informationen

Die Pilbara-Region, ein Teil des Westaustralischen Schildes, ist etwa 260 000 km² groß. Sie besteht aus proterozoischen Sedimenten, die im Mesozoikum unter weitgehender Beibehaltung der horizontalen Schichtung gehoben wurden. Die Zerlegung der tertiären Landoberfläche schuf Tafelländer mit einzelnen Höhenrücken wie Hamersley-Kette. Der Naturraum ist klimatisch durch seine Nähe zum südlichen Wendekreis gekennzeichnet. Marble Bar gilt als Hitzepol Australiens mit mehr als 145 Tagen über 38 °C. Die im Durchschnitt 250 Millimeter hohen Niederschläge fallen zumeist als Zenitalregen. Eine schüttere Spinifex- und Mulga-Vegetation (niedrige Akazien) erlaubt nur eine extensive Schafweidewirtschaft.

Das größte Revier Australiens
Vor 1960 bestand aus Furcht vor einer Unterversorgung ein totales Ausfuhrverbot für Eisenerz. Aber 1966 konnte der Abbau der 1953 entdeckten Eisenlagerstätten beginnen. Sie besitzen einen hohen Eisengehalt (Hämatit 70 Prozent, Limonit 60 Prozent) und sie zählen mit etwa 15 Mrd. Tonnen Vorräten — immerhin knapp zehn Prozent der weltweit bekannten Ressourcen — auch international zu den größten Lagerstätten. Hauptakteure sind die Bergbaukonzerne BHP Billiton und Rio Tinto. Etwa 97 Prozent der 275 Mio. Tonnen (2006) australischer Förderung stammten aus dem Pilbara-Gebiet. Davon gelangten 248 Mio. Tonnen, also rund 90 Prozent, in den Export; größte Abnehmer sind China, Japan und Südkorea.
Die Gesellschaften müssen auf eigene Kosten die benötigte Infrastruktur schaffen und Arbeitskräfte anwerben. 1961 lebten nur 3240 Menschen in dem Gebiet, um 2005 waren es etwa 40 000, davon 12 Prozent Aborigines. Die wichtigsten neu gegründeten oder ausgebauten Siedlungen sind Newman, Port Hedland, Dampier, Karratha und Tom Price. Die Tagebaue beschäftigen nur jeweils 150 bis 400 Personen, die teilweise, aufgrund der Siedlungsferne, für mehrere Tage aus Perth eingeflogen werden. Es gibt etwa 1900 Kilometer Bahnlinien (2006); neue Strecken, doppelgleisige Anlagen und Hafenerweiterungen sind im Bau. Die Erzzüge sind bis zu 3,5 Kilometer lang, bestehen aus bis zu 330 Wagen und transportieren maximal 40 000 Tonnen Erz.
Die Gas- und Erdölvorkommen vor der Küste — die 2005 rund zwei Drittel der nationalen Förderung deckten — ermöglichen über Pipelines die Gasversorgung von Perth, der Aluminiumindustrie südlich davon sowie die Belieferung verschiedener Bergbaustandorte im Innern von Western Australia. Flüssiggas wird seit 1989 aus Karratha, seit 2006 auch aus Darwin in großen Mengen nach Japan, China und Südkorea exportiert. Die Meersalzgewinnung dient ebenfalls dem Export, Abnehmer ist vor allem die Chemische Industrie.
Der Aufstieg Japans zu einer wirtschaftlichen Weltmacht ist ohne die Lieferung von Erzen und Energiestoffen aus Australien nicht denkbar. Die in jüngster Zeit rasch steigende Nachfrage aus China und anderen asiatischen Staaten hat die Exporte gesteigert. Die EU-Länder und die USA haben hingegen als Abnehmer relativ an Bedeutung verloren.
R. Grotz

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