Physische Karte

Physische Karte

978-3-14-100857-9 | Seite 12 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 500.000
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Überblick

Die Karte zeigt den nördlichen Teil und Teile der Landesmitte von Rheinland-Pfalz. Im Nordwesten erstreckt sich die Eifel, im Nordosten der Westerwald. In der Landesmitte verläuft der Hunsrück und im Osten ein Teil des Taunus. Alle vier Mittelgebirge zählen geologisch zum Rheinischen Schiefergebirge. Ab Bingen (Gradfeld E 4) fließt der Rhein als Mittelrhein bis zur nordrhein-westfälischen Landesgrenze durch rheinland-pfälzisches Gebiet.

Eifel

Die Eifel liegt etwa zwischen dem nordrhein-westfälischen Aachen im Norden, Trier im Süden und Koblenz im Osten. Im Westen erstreckt sich die Eifel bis nach Belgien und Luxemburg. Die Eifel zeigt sich in weiten, flachwelligen Hochflächen, die von einzelnen Bergrücken wie die Schneifel (Gradfeld B 3) durchzogen werden. Flüsse wie Kyll und Ahr haben besonders in den Randbereichen der Eifel größere Täler ausgebildet. Mit der Hohen Acht (747 m), einem erloschenen Vulkankegel, befindet sich die höchste Erhebung der Eifel auf rheinland-pfälzischem Gebiet (Gradfelder C/D 3). Wie die Hohe Acht sind weite Teile der Eifel vulkanisch geprägt. Die Vulkaneifel, die sich großräumig etwa von Manderscheid, Daun, Mayen bis nach Koblenz erstreckt, zeigt heute noch aktiven Vulkanismus. Dort befindet sich auch der Laacher See, ein Caldera-See, der zugleich der größte See in Rheinland-Pfalz ist.

Der Hunsrück erstreckt sich südöstlich der Mosel und westlich des Rheins. Das Mittelgebirge prägt landschaftlich den mittleren Teil von Rheinland-Pfalz (siehe Erläuterungen zu „Südliches Rheinland-Pfalz – Physische Karte“ ).

 

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Mittelrhein und Mosel

Der Rhein – insbesondere der Abschnitt des Mittelrheins – und die Mosel sind die beiden größten Flussläufe im nördlichen und zentralen Landesteil. Als Mittelrhein wird der Rheinabschnitt zwischen Bingen (Binger Loch) und Bonn bezeichnet. Beim Einschneiden in das Rheinische Schiefergebirge hat der Fluss das landschaftlich eindrucksvolle Mittelrheintal als sogenanntes Durchbruchstal geschaffen. Auch die Mosel hat ein tief eingeschnittenes, mäanderreiches Tal quer durch das Rheinische Schiefergebirge geformt.

Rhein und Mosel spielen eine wichtige Rolle für die Binnenschifffahrt. Dabei stellt das Mittelrheintal aufgrund seiner engen Kurven und Untiefen eine Engstelle und damit eine besondere Herausforderung für die Schifffahrt dar. Entlang der Mosel sind zahlreiche Staustufen zur Bewältigung der Höhenunterschiede installiert, allein zehn gibt es auf der Strecke zwischen Trier und Koblenz.

S. Lemke

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Westerwald

Der Westerwald verläuft südwestlich des Dreiländerecks von Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, wobei die größten Teile des Mittelgebirges auf rheinland-pfälzischem Gebiet liegen. Ebenso wie die Eifel ist der Westerwald stark vulkanisch geprägt. Naturräumlich lässt sich der Westerwald in Hoher Westerwald, Oberwesterwald und Niederwesterwald gliedern. Der Hohe Westerwald stellt als waldreiche, wellige Hochfläche den östlichen Teil des Mittelgebirges dar. Dort befindet sich mit der Fuchskaute (656 m) auch die höchste Erhebung des Westerwaldes (Gradfeld F 2). Den zentralen und südlichen Teil des Westerwaldes bildet der Oberwesterwald, der sich als hügeliges Hochland zeigt und südlich in das Limburger Becken (F 3) übergeht. Den westlichen Teil des Westerwaldes prägt der Niederwesterwald, ein zertaltes Rumpfgebirge mit Senken und Hochflächen. Zu den Senkungsgebieten gehören die Dierdorfer und die Montabaurer Senke mit ihren großen Tonvorkommen – dort liegt auch das Kannenbäckerland (Gradfelder E 2/3), das für seine Tonindustrie bekannt ist.

Taunus

Der Taunus bildet das südöstlichste Teilgebirge des Rheinischen Schiefergebirges. Er erstreckt sich rechtsrheinisch und liegt überwiegend auf hessischem Gebiet. Lediglich Teile im Nordwesten – zwischen Rhein, Lahn und Aar – gehören zu Rheinland-Pfalz. Naturräumlich zählt dieses Gebiet zum Hintertaunus, genauer zum westlichen Hintertaunus. Landschaftlich eingebettet findet sich dort auch die weite Hochfläche des Einrich, der sich in durchschnittlich rund 250 bis 450 Metern Höhe vom Aartal im Osten bis zum Rhein im Westen und zur Lahn im Norden zieht (Gradfeld E 3). Mitten durch die Landschaft des Einrich verlief früher der römische Limes.