Pfalz, Rhein-Neckar - Wirtschaft

Wirtschaftsraum Rhein-Neckar - Dezentrale Konzentration

978-3-14-100803-6 | Seite 47 | Abb. 4 | Maßstab 1 : 500.000
Pfalz, Rhein-Neckar | Wirtschaft | Wirtschaftsraum Rhein-Neckar - Dezentrale Konzentration | Karte 47/4

Überblick

Die in der Karte dargestellte Teilregion des Oberrheinischen Tieflands ist durch die Nachbarschaft sehr unterschiedlicher naturräumlicher Einheiten gekennzeichnet. Zentrum der Besiedlung, der Infrastruktur und der Wirtschaft ist das vom Menschen grundlegend zur Kulturlandschaft umgestaltete Oberrheinische Tiefland. Dessen Böden und sein Klima machen es zu einem landwirtschaftlichen Gunstraum, der intensiv genutzt wird. Im Kontrast dazu stehen die weitgehend bewaldeten Gebirge des Pfälzer Walds und des Odenwalds, in denen die Siedlungen und Verkehrswege in den Tälern konzentriert sind.

Der Verlauf der Verkehrswege orientiert sich stark an den naturräumlichen Strukturen. Durch das Oberrheinische Tiefland verläuft mit dem Rhein die wichtigste Wasserstraße des Kontinents. Außerdem fallen im Kartenbild die nord-süd-ausgerichteten Autobahnen und Schienenwege auf. Sie verbinden die Rhein-Neckar-Region mit den Benelux-Staaten, dem Ruhrgebiet, der Rhein-Main-Region, Basel und Zürich sowie Oberitalien.

Für die Wirtschaft sind die zentrale Lage der Oberrheinregion innerhalb Europas (s. 99.2), die ausgebaute Infrastruktur, das Angebot hochqualifizierter Fachkräfte, die Universitäten und Hochschulen sowie die Lebensqualität zentrale Standortfaktoren. Die Metropolregion Rhein-Neckar um die Standorte Mannheim-Ludwigshafen hat rund 2,3 Mio. Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von rund 80 Mrd. Euro (Stand: 2012). Das BIP pro Kopf und Jahr ist mit rund 35 000 Euro im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich hoch. Bemerkenswert ist der vergleichsweise hohe Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung; auf das produzierende Gewerbe entfallen rund 38 Prozent, auf den Dienstleistungssektor gut 60 Prozent.

Die industriellen Branchenschwerpunkte liegen im Bereich der chemischen Industrie, im Maschinenbau, der Elektronik und dem Kraftfahrzeugbau. Hinzu kommen Dienstleistungsstandorte mit globaler Ausstrahlung, zum Beispiel Walldorf als Hauptsitz des Global Players SAP (Software).

Die Region ist aber auch durch die Nachbarschaft zweier Staaten geprägt, zwischen denen eine intensive grenzüberschreitende Zusammenarbeit besteht. Diese äußert sich zum Beispiel in der Kooperation im grenzüberschreitenden Nahverkehr, in den Pendlerbeziehungen und im Kulturaustausch innerhalb der Region.