Paris - Innenstadt heute

Paris - Zeitenwende

978-3-14-100870-8 | Seite 129 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 40.000
Paris | Innenstadt heute | Paris - Zeitenwende | Karte 129/3

Überblick

Wie kaum eine andere Metropole ist Paris von den Spuren seiner Geschichte geprägt. Das Straßennetz zeigt geometrische Strukturen, die bis auf die gallo-römische Stadtanlage zurückgehen, ebenso hat die Lage des Zentrums ihren Ursprung in dieser Phase der Stadtentwicklung. Die großen Straßendurchbrüche, Plätze, Parks und andere Infrastrukturmerkmale sind dagegen überwiegend neuzeitliche Errungenschaften. Besonders markant ist die von Ludwig XIV. konzipierte Ost-West-Achse, die vom Louvre aus in gerader Linie bis zum königlichen Jagdwald von Saint-Germain-en-Laye im Westen führte.

Die stärksten Veränderungen erfuhren Straßennetz und Infrastruktur unter dem Stadtpräfekten Baron Haussmann in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine der wichtigsten Aufgaben Haussmanns war, die Funktionsfähigkeit der stark wachsenden Stadt zu sichern. Dazu gehörten der Ausbau des Abwassersystems und der Wasserversorgung, die Verstärkung der Gasbeleuchtung, die Errichtung von öffentlichen Verwaltungsgebäuden, Krankenhäusern und Parkanlagen sowie die Optimierung des Verkehrs. Für die ambitionierte Neuausrichtung der Verkehrswege wurden große Teile der alten Cité dem Erdboden gleichgemacht. An ihrer Stelle entstand ein neues Gürtelsystem aus mehreren Boulevards (zum Beispiel: Bd. du Palais, Bd. Saint-Michel), die durch eine Reihe von Diagonalen mit den topographischen Schwerpunkten der Stadt verbunden wurden. Die Straßen wurden asphaltiert und mit steinernen Gehsteigen eingefasst. Auch zu den großen Bahnhöfen, die im Zuge des Ausbaus des Eisenbahnnetzes entstanden waren, wurden Zufahrtsstraßen wie der Boulevard de Strasbourg angelegt. Die Kopfbahnhöfe von Paris waren im 19. Jahrhundert wichtige Verkehrsträger für die Bewohner der Vorstädte, die immer stärker mit dem Zentrum verwuchsen. Als der Eiffelturm 1889 anlässlich der inzwischen vierten Pariser Weltausstellung eröffnet wurde, galt die modernisierte Seine-Metropole den Zeitgenossen bereits als die eigentliche "Hauptstadt des 19. Jahrhunderts" (W. Benjamin).

Die Nachkriegsphase war gekennzeichnet durch innerstädtische Großprojekte und die galoppierende Urbanisierung des Umlandes. Zur Entlastung der City wurden Planungsstädte errichtet, in der Verlängerung der Avenue Charles de Gaulle entstand La Défense, ein riesiges Büroviertel mit 100 000 Beschäftigten. Innerstädtisch trugen neue Einrichtungen wie die Museen Centre Pompidou, Gare d"Orsay und Louvre, die Oper und die Bibliothéque Nationale dazu bei, den Ruf der Stadt als einem geistig-kulturellen Zentrum von Weltrang zu festigen.

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