Panten (Schleswig-Holstein) - Ökologischer Landbau und Landschaftspflege

Deutschland - Nachhaltige Entwicklungspfade

978-3-14-100870-8 | Seite 83 | Abb. 5 | Maßstab 1 : 12.000
Panten (Schleswig-Holstein) | Ökologischer Landbau und Landschaftspflege | Deutschland - Nachhaltige Entwicklungspfade | Karte 83/5

Überblick

Auf dem Gebiet der Gemeinde Panten im Landkreis Herzogtum Lauenburg liegen mehrere unterschiedliche Biotope, darunter das Hellmoor mit seiner Weidelandschaft, das im Besitz des mitten im Dorf gelegenen Lämmerhofs ist. Auf dem Gelände des Betriebs, der Mitglied des Anbauverbandes Demeter ist, befinden sich großzügige Stallungen für die Tiere, ein Gewächshaus, eine Scheune, Getreidesilos, eine Werkstatt, ein Schuppen usw. Landwirtschaftliche Eckpfeiler des Lämmerhofs sind eine mehrgliedrige Fruchtfolge, das Weidemanagement der Nutztiere und die Pflege von Landschaftsstrukturelementen. Typisch für einen Demeterbetrieb ist die Verzahnung von Viehhaltung, Acker- und Gartenbau sowie Streuobstwiesen.

Im Gewächshaus werden, gedüngt mit hofeigenem Mist, unter anderem Gurken, Kürbisse, Feldsalat, Kopf- und Buntsalate sowie Mangold gezogen. Auf den 400 Hektar Ackerland wachsen nach dem Prinzip der mehrgliedrigen Fruchtfolge Kleegras, Bohnen, Winterweizen, Sommerweizen, Dinkel, Hafer, Sommergerste und Roggen. Die rund 90 Mastschweine leben in Gruppen von je 15 Tieren auf hofnahen Weiden und verwerten Getreide- und Gemüsereste. Die rund 80 Rinder weiden dagegen überwiegend auf extensiv genutzten Grünlandflächen, die dadurch vor übermäßigem Gehölzaufkommen geschützt werden (Landschaftspflege von Moorstandorten). Die 80 Mutterschafe und ihre Nachzucht werden wie in der Wanderschäferei gehalten. Da sie weniger Trittschäden verursachen als Rinder, können sie auch ökologisch sensible Grünlandflächen beweiden.

Die Pflege von unterschiedlichen Landschaftselementen ist ein erklärtes Ziel des Lämmerhofs. Typisch für Schleswig-Holstein sind vor allem die historischen Knickstrukturen. Diese rund 1,20 Meter hohen, 2 Meter breiten und mit Gehölzen bewachsenen Erd-, Torf- und Steinwälle dienen als Begrenzung, schützen vor Winderosion, sorgen für ein feuchtigkeitsregelndes Mikroklima und dienen vielen Tieren als Lebensraum. Weitere ökologisch wertvolle Landschaftselemente sind die kleinteiligen Felder, breite Blühstreifen, Feuchtbiotope, Kleingewässer, Streuobstwiesen, nährstoffarme Magerstandorte, Dickichte und Säume an Wegrändern, die zusammen eine vielgestaltige Landschaft mit hoher Biodiversität und Lebensqualität ergeben. Der ökologischen Vielfalt und dem Naturschutz dient die Wiedervernässung von Mooren.

Der Lämmerhof ist einer von über 200 Demonstrationsbetrieben in Deutschland, die ihre Türen für Interessierte öffnen, seien es Kindergärten, Schülergruppen oder Verbraucherinitiativen. Überdies bietet er unter anderem Naturführungen mit Vogelbeobachtung an.

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