Panamakanal - Verbindung der Weltmeere

Amerika - Wirtschaft und Erschließung

978-3-14-100770-1 | Seite 197 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 600.000
Panamakanal | Verbindung der Weltmeere | Amerika - Wirtschaft und Erschließung | Karte 197/2

Informationen

Panamá erstreckt sich mit einer Fläche von 75 517 km² über den schmalsten Teil der zentralamerikanischen Landbrücke. Das Staatsgebiet wird am Isthmus vom Panamákanal in eine West- und eine Osthälfte geteilt. Seit 1914 stellt der künstliche Schifffahrtsweg eine Verbindung zwischen dem Atlantischen und den Pazifischen Ozean her. Als alternative Route um Kap Hoorn, der Südspitze Südamerikas, verkürzt er so den Seeweg von New York nach Los Angeles um fast 8000 Seemeilen bzw. 15 000 km. Durchschnittlich 14 000 Schiffe durchqueren jedes Jahr den Kanal. Die Durchfahrt dauert ungefähr zwölf Stunden.

Der Kanal
Die Fahrrinne des Panamákanals ist 81,6 km lang, hat eine Tiefe von 14,3 m und eine Mindestbreite von 152,4 m. Drei Schleusenanlagen — Miraflores, Pedro Miguel und Gatun — ermöglichen den Schiffen bei der Überquerung des Kontinents zwischen Colón und Panamá-Stadt die Überwindung von 26 m Höhendifferenz.
Die Größe der 305 m langen und 33,5 m breiten Schleusen waren lange Zeit Maßstab für den Bau der Schiffe auf den Weltmeeren. Derzeit können zwei Schiffe der sogenannten Panamax-Klasse (Breite: 32 m, Länge: 294 m, Tiefgang: 12 m) den Kanal im Gegenverkehr gleichzeitig durchqueren. Für den Betrieb der Schleusenanlagen wurden der Miraflores-See und der 426 km2 große Gatunsee aufgestaut. Der Kanal wird ausschließlich von Süßwasser gespeist, das beim Entleeren der Schleusen ins Meer gespült wird. Daher muss in Dürrejahren die Zahl der durchfahrenden Schiffe stark reduziert werden. Rund 8000 Menschen sorgen 24 Stunden pro Tag für den reibungslosen Betrieb des Panamákanals.
Ökonomisch bilden der Kanal und die mit ihm verbundenen Dienstleistungen das Rückgrat der panamaischen Wirtschaft. Die Gebühren für die Kanalpassage decken einen Großteil des Staatshaushaltes.

Geschichte des Kanalbaus
Der Gedanke eines Kanaldurchstichs entstand bereits im 16. Jahrhundert. Auch vor dem Bau des Kanals war die Landenge von Panamá ein vielgenutzter Transitweg. Zunächst erfolgte der Personen- und Gütertransport per Maulesel, ab 1855 wurde er durch die Eisenbahn bewältigt. Wenige Jahre später gründete Ferdinand de Lesseps eine Kanalgesellschaft und begann 1879 mit den Arbeiten. Doch bereits zehn Jahre später musste er Bankrott anmelden. Auch die Nachfolgegesellschaft scheiterte 1899 an finanziellen Schwierigkeiten.
Daraufhin erwarben die USA von den Franzosen 1901 das alleinige Recht zur Fertigstellung des Kanals. Als Verhandlungen mit der kolumbianischen Regierung über die Abtretung der Kanalzone scheiterten, unterstützten die USA 1903 die Loslösung Panamás aus dem Staatsverband mit Kolumbien. Im Gegenzug räumte die neu gegründete Republik Panamá den Vereinigten Staaten das unbegrenzte Nutzungsrecht für das Kanalbaugebiet und ein Interventionsrecht ein.
Am 15. August 1914 wurde der Panamákanal eröffnet. Bei dem bis dahin größten und teuersten Bauwerk der Welt verloren bis zu seiner Fertigstellung rund 25 000 Arbeiter überwiegend karibischer Herkunft durch Tropenkrankheiten und Unfälle ihr Leben.
Zum 1. Januar 2000 gingen die Hoheitsrechte an der Kanalzone von den USA vollständig auf Panamá über.
Inzwischen stößt der Panamákanal — nach dem Suezkanal der wichtigste Schifffahrtsweg der Welt — an seine Kapazitätsgrenzen. Da für den Staat Panamá der Kanal die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle darstellt, wurde 2006 der Ausbau der Wasserstraße beschlossen.
U. Kleinelümern

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