Ostharz/Mittelelbe - Wasserversorgung in Mitteldeutschland

Sachsen-Anhalt - Natur und Umwelt

978-3-14-100384-0 | Seite 16 | Abb. 2
Ostharz/Mittelelbe | Wasserversorgung in Mitteldeutschland | Sachsen-Anhalt - Natur und Umwelt | Karte 16/2

Überblick

Die Wasserversorgung in Mitteldeutschland erfolgt über Niederschlagswasser aus dem niederschlagsreichen Harz sowie über Uferfiltrat der Elbe und Grundwasser der Elbaue. Es wird in drei Wasserwerken aufbereitet.

Niederschlagsverteilung

Die Region Ostharz/Mittelelbe erhält im Mittel 500–700 mm Niederschlag. Im Tal der Saale ist die Niederschlagsmenge dagegen mit unter 500 mm im Jahr sehr gering. Damit gehört diese Region zu den niederschlagsärmsten Regionen Deutschlands. Ursache für die Niederschlagsarmut ist die Leelage (windabgewandte Seite) im Osten des Harzes. Im Luv des Harzes fällt aufgrund des Staueffektes hingegen reichlich Niederschlag. In der Karte ist der Harz angeschnitten, man erkennt jedoch noch Gebiete mit Niederschlagsmengen von über 1000 mm (siehe auch Karte 21.3 „Sachsen-Anhalt – Niederschläge im Jahr“).

Wasserversorgung über die Elbe

In Sachsen dagegen wird Trinkwasser aus dem Uferfiltrat der Elbe und den Grundwasserreservoiren der Elbaue bei Torgau gewonnen. Die ideale Bodenbeschaffenheit sorgt für ein natürlich gefiltertes Rohwasser, das über 97 Brunnen aus bis zu 50 Metern Tiefe entlang der Elbe gefördert wird. Täglich werden 80 000 m3 Rohwasser in den Wasserwerken Torgau-Ost und Mockritz für die Einspeisung in das Fernwassernetz aufbereitet.

Wasserversorgung über die Rappbodetalsperre

Weite Teile des sachsen-anhaltinischen Raumes westlich von Dessau werden mit Wasser aus der Rappbodetalsperre versorgt. Die Rappbodetalsperre wurde 1952–1959 errichtet. Mit 106 Metern ist ihre Staumauer die höchste Deutschlands. Sie staut die Rappbode und deren Zufluss Hassel zum etwa 3,9 km² großen Rappbodestausee auf. Mit einem Volumen von 109 Millionen m³ ist er der volumenmäßig größte Harzstausee und die zweitgrößte Trinkwassertalsperre Deutschlands. Das Wasser der Rappbodetalsperre fließt über einen speziellen Entnahmeturm und einen drei Kilometer langen Stollen direkt ins Wasserwerk Wienrode. Verschiedene Entnahmehorizonte erlauben es, jeweils die Wasserschicht mit der besten Qualität auszuwählen. Täglich werden im Wasserwerk 125 000 m3 Oberflächenwasser zu Trinkwasser aufbereitet.

Fernwassernetz

Das Fernwassernetz ist mehr als 750 Kilometer lang und erstreckt sich von den Höhenzügen des Harzes im Westen bis hin zur Elbe bei Torgau im Osten. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von Halberstadt bis in das nördliche Thüringen bei Altenburg. Täglich werden rund 220 Millionen Liter Trinkwasser über Leitungen mit 60–120 Zentimeter Durchmesser in den mitteldeutschen Raum transportiert. In neun Hochbehältern kann es zwischengespeichert werden.

Lebendige Karte

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Wasserversorgung aus Talsperren
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