Oberhof - Vom Kurort zum Wintersportzentrum - 2018

Oberhof - Raum im Wandel

978-3-14-100385-7 | Seite 28 | Abb. 1
Oberhof | Vom Kurort zum Wintersportzentrum | Oberhof - Raum im Wandel | Karte 28/1

Überblick

Oberhof ist eine Stadt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Sie liegt am Kamm des Thüringer Waldes auf etwa 820 m Höhe.

Beginn des Tourismus

Die ersten Feriengäste kamen im Jahr 1861 nach Oberhof. 1884 wurde die Bahnstrecke Neudietendorf-Ritschenhausen fertiggestellt, an der auch Oberhof lag. Bis 1918 gehörte der Ort zu Sachsen-Coburg und Gotha. Im Jahr 1906 wurden die erste Bobbahn und die erste Skisprungschanze eingeweiht. Seit den 1930er-Jahren werden im Ort auf der Hindenburgschanze Weltmeisterschaften ausgetragen. Während des Zweiten Weltkriegs mussten über hundert Kriegsgefangene Zwangsarbeit in Oberhof verrichten. Die amerikanische Armee befreite sie 1945 und zerstörte beim Einzug in den Ort das herzogliche Schlosshotel.

Oberhof zu DDR-Zeiten

Im November 1950 vertrieben die Behörden insgesamt 48 Familien, überwiegend Eigentümer von Hotels und Pensionen, aufgrund angeblicher „Wirtschaftsverbrechen“. Oberhof wurde von der DDR-Führung zum „Kurort der Werktätigen“ auserkoren und systematisch zu einem Urlaubs- und Sportzentrum ausgebaut. Die Hotels und Pensionen wurden als Ferienobjekte weiterbetrieben. Von 1951 bis 1956 fanden die DDR-Wintersportmeisterschaften in Oberhof statt. 1964 wurde der Bau der Großschanze am Rennsteig für das Skispringen abgeschlossen. Der Ort wurde weiter ausgebaut für den Massentourismus. 1973 wurden erstmals Rennrodel-Weltmeisterschaften auf der neuen Rennschlittenbahn ausgetragen. Außerdem wurden die beiden großen Hotels „Panorama“ (Eröffnung 1969) und „Rennsteig“ errichtet (siehe Fotos auf S. 29). Durch diese Hotelanlagen und die errichteten Großheime wie „Fritz Weineck“ hatte Oberhof eine sehr hohe Bettenkapazität (über 4500 Betten bei weniger als 2000 Einwohnern). Am 7. Oktober 1985 erhielt Oberhof das Stadtrecht. Walter Ulbricht verbrachte hier regelmäßig seinen Urlaub und hat sich persönlich für den Ausbau zum Wintersport-Leistungszentrum eingesetzt.

Differenzierende Karte

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