Oberes Mittelrheintal - Weltkulturerbe

Deutschland - Tourismus

978-3-14-100770-1 | Seite 81 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 25.000
Oberes Mittelrheintal | Weltkulturerbe | Deutschland - Tourismus | Karte 81/2

Informationen

Als Mittelrhein wird der Rheinabschnitt zwischen Bingen/Rüdesheim am Rhein und Bonn bezeichnet, wo der Rhein als enges Durchbruchstal durch das Rheinische Schiefergebirge verläuft. Seit 2002 ist das Obere Mittelrheintal von Bingen bis Koblenz UNESCO-Weltkulturerbe. Die Karte zeigt einen Abschnitt des Mittelrheintals bei St. Goar und dem gegenüberliegenden St. Goarshausen.

Der Mittelrhein als Kulturlandschaft
Seit über zweitausend Jahren dient der Mittelrhein als wichtige Verkehrsader zwischen der Mittelmeerregion und Nordeuropa. Neben der Schifffahrt sind die Eisenbahnstrecken und Bundesstraßen beidseitig des Rheins heute weitere bedeutsame Verkehrsverbindungen.
Die historische Bedeutung der Region zeigt sich in zahlreichen Burgen und Ruinen (z. B. Burg Katz und Burgruine Rheinfels). Auf den Flusshängen wird nachweislich seit dem 8. Jahrhundert Wein angebaut. Weitere historische Nutzungsarten waren die Schiefergewinnung und die Niederwaldwirtschaft. Die Landwirtschaft beschränkt sich bis heute auf die Hochflächen.

Tourismus
Seit dem 19. Jahrhundert bildet der Tourismus einen weiteren Schwerpunkt der Wirtschaft des Mittelrheins. Das touristische Angebot ist vielfältig: Das Mittelrheintal bietet zahlreiche Wander- und Radwanderwege, die Möglichkeiten von Schifffahrten und des Besuches verschiedener Museen (u. a. Puppenmuseum in St. Goar, Weinmuseum in St. Goarshausen). Das Beherbergungsgewerbe ist mit verschiedenen Einrichtungen wie Hotels und Gasthäusern, Jugendherbergen und Campingplätzen vertreten. Darüber hinaus sind im Kartenausschnitt je ein Freibad und ein Hallenbad sowie zwei Jachthäfen verzeichnet.
Ein bedeutsames Tourismusziel ist die Loreley, ein markanter Fels am rechten Rheinufer. Der 123 m über den Rhein ragende Felsen engt den Fluss auf eine Breite von 113 m ein. Eine vor der Loreley im Flussbett liegende Sandbank und quer verlaufende Felsrippen verursachen starke Strudel, die für die Schifffahrt sehr gefährlich werden können. Die Unwegsamkeit des Rheins in Höhe der Loreley — der Sage nach lenkte die auf dem Felsen sitzende Nixe Loreley mit ihrem Gesang die Rheinschiffer ab — kommt in einem Lied von Heinrich Heine ("Die Lore-Ley") zum Ausdruck. Die gefährlichsten Felsen der Loreley wurden in den 1930er-Jahren gesprengt. In unmittelbarer Nähe der Loreley wurde im Jahr 2000 das Loreley-Besucherzentrum eröffnet. Auf der benachbarten Freilichtbühne finden gelegentlich Großveranstaltungen wie Rockkonzerte statt. Die Loreley und die über 40 Burgen des Oberen Mittelrheintals sind ein Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft. Die meisten Burgen entstanden zwischen dem 12. und der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Der Großteil der Burgen wurde im Dreißigjährigen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört und mit dem Aufkommen der Rheinromantik neu aufgebaut.
Ab den 1950er-Jahren bis zum Ende der 1980er-Jahre erlebte das Mittelrheintal einen Tourismusboom. Seit Beginn der 1990er-Jahre ebbte dieser Boom jedoch deutlich ab. Während mehrtägige Urlaubsaufenthalte stark abnahmen, dominieren heute eintägige Ausflugsfahrten per Schiff, Bus oder Pkw. Die Zahl der Übernachtungsgäste war zwischen 1985 und 1995 stark rückläufig. Seit Ende der 1990er-Jahren steigen die Gästezahlen wieder leicht an. Wochenendtourismus, Durchreisefremdenverkehr und Tagestourismus führten jedoch zu einem Niveau- bzw. Qualitätsverlust des touristischen Angebotes, der mit einer negativen Imagebildung der Fremdenverkehrsregion Mittelrhein einherging.
H. Kiegel

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