Norwegen - Fjordküste

Skandinavien, Baltikum - Physische Karte

978-3-14-100800-5 | Seite 107 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 1.000.000
Norwegen | Fjordküste | Skandinavien, Baltikum - Physische Karte | Karte 107/3

Überblick

Die Region um den norwegischen Sognefjord wird bestimmt durch den scharfen Kontrast zwischen der zerklüfteten, 180 Kilometer ins Landesinnere hineinragenden Meeresbucht und den kahlen bzw. gletscherbedeckten Hochfjellbereichen. Der Kartenausschnitt zeigt den Kernraum der Provinz Sogn og Fjordane, die auf einer Fläche von rund 18 600 Quadratkilometern (etwas mehr als Thüringen) nur gut zwei Dutzend Gemeinden mit 106 000 Einwohnern umfasst – bei 2075 Kilometern Küstenlinie. Die größeren dieser Gemeinden zählen rund 10 000 Einwohner, erstrecken sich aber meist über ein sehr großes Gebiet von bis zu 1000 Quadratkilometern, mit vielen kleinen, weit verteilten Ortschaften. Nur 21 Prozent der Provinz liegen tiefer als 300 Meter Höhe, 42 Prozent über 900 Meter hoch.

Topographie und Klima

Der Sognefjord hat die typischen Merkmale eines norwegischen Fjords: In das glazial ausgestaltete Trogtal ist das Meer eingedrungen. Die steilen Talwandungen erheben sich 700 Meter und mehr aus dem Wasser und reichen zugleich mehr als 1200 Meter unter den Meeresspiegel. Die Sohlen der fast rechtwinklig abzweigenden Seitenarme liegen auf einem deutlich höheren Niveau als die Sohle des Sognefjords. Dessen Becken erfährt nach Westen hin einen Abschluss in Gestalt eines massiven Felsriegels – ein Beleg für die im Mündungsbereich sprunghaft nachlassende Erosionswirkung des ehemaligen Talgletschers.

Das alpine Fjell von Jotunheimen trägt überall sichtbar die Spuren der Vereisung. In dem weitgehend kahlen Gestein sind tiefe Gletscherschrammen erhalten. Der benachbarte Jostedalsbre-Gletscher ist mit einer Ausdehnung von rund 500 Quadratkilometern und einer Mächtigkeit von 400 bis 500 Metern der größte Festlandsgletscher Europas.

Der Golfstrom begünstigt das Klima am und im Fjord. Landwirtschaftliche Klein- und Kleinstbetriebe nutzen die schmalen Aufschüttungsflächen am Hangfuß des Fjords und die weniger stark geneigten Talböden an den Unterläufen der zum Fjord hinführenden Flüsse.

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Infrastruktur und Wirtschaft

Kernstück des Straßennetzes ist die Reichsstraße 5, die vom Laerdal am Sognefjord über Kaupanger, Sogndal und Førde bis nach Florø am Norddalsfjord führt. Zur Verkürzung der Route wurden aufwendige Tunnelstrecken in die steilwandigen Fjordhänge gesprengt und weit gespannte Brücken angelegt; auch der Jostedalsbregletscher wird mit einem Tunnel unterquert. An mehreren Stellen überqueren Fährlinien den Sognefjord.

Von großer Bedeutung ist des Weiteren der aufwendige Ausbau der E16, die aus Oslo kommend über Laerdal, Aurland und Gudvangen nach Südwesten in Richtung Bergen führt. Auf dieser Strecke liegt der 2001 eröffnete Lærdalstunnel, mit 24,5 Kilometern der derzeit längste Straßentunnel der Welt.

Die landschaftlichen Reize machen das Gebiet zu einem beliebten Ziel für Passagierschiffe (s. Hurtigroute in der Karte) und Individualtouristen. Dort liegen mehrere Nationalparks. Der Sognefjord ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbes.

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