Nordseküste - Satellitenbild

Nordseeküste - Fremdenverkehr/Landgewiinung

978-3-14-100754-1 | Seite 12 | Abb. 1
Nordseküste | Satellitenbild | Nordseeküste - Fremdenverkehr/Landgewiinung | Karte 12/1

Informationen

Das Satellitenbild zeigt im Kern die niedersächsische Nordseeküste von der Emsmündung an der niederländischen Grenze bis zur Elbmündung bei Cuxhaven. Der stark gegliederten Küste vorgelagert liegt der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer mit den Ostfriesischen Inseln, der seit Mitte 2009 Teil des Weltnaturerbes der UNESCO ist. Hinter den Festlandsdeichen erstreckt sich ein bis zu 15 km breiter Marschgürtel, der wegen seiner nahrhaften Böden vorwiegend landwirtschaftlich genutzt wird. Daran schließt sich landeinwärts die sandige Geest an. Im Mittelalter befanden sich am Geestrand noch zahlreiche Niedermoore, weite Flächen der Altmoränenlandschaft waren mit mächtigen Hochmooren bedeckt. Seither wurden diese Feuchtgebiete jedoch planmäßig entwässert, abgetorft und immer weiter zurückgedrängt.

Kampf gegen das Meer
Wattenmeere entstehen an Flachküsten, die im Einflussbereich der Gezeiten liegen. An der Nordseeküste entstand das einzigartige Ökosystem im Zuge des postglazialen Meeresspiegelanstiegs. Vor etwa 1000 Jahren begannen die Menschen in Ostfriesland, Wälle, Dämme und Deiche zu bauen, um sich vor dem steten Vordringen des Meeres zu schützen. Seit dem Spätmittelalter kam es jedoch zu schweren Sturmfluten, denen die Deiche nicht gewachsen waren. Dabei verloren nicht nur Tausende von Menschen ihr Leben, auch größte Teile des Kulturlandes fielen den Fluten zum Opfer. Durch die Wassereinbrüche der zweiten Marcellusflut von 1362 — auch "Grote Mandränke" genannt — entstand z. B. der Dollart an der Emsmündung; Leybucht, Harlebucht (bei Harlesiel) und Jadebusen wurden erweitert. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts gingen die Küstenbewohner dazu über, einst verloren gegangenes Terrain zurückzuerobern. Mittlerweile ist die Harlebucht durch Neulandgewinnung gänzlich verschwunden, Leybucht und der Dollart wurden durch Eindeichungen verkleinert. Nach dem Generalplan Küstenschutz von 1973 sollte die Leybucht sogar komplett eingedeicht werden, doch aus Naturschutzgründen wurde dieses Vorhaben verworfen.

Ostfriesische Inseln
Nicht nur große Sturmfluten verändern die Küstenlinie, auch Wellen, Wind und Strömungen tragen zu ihrem permanenten Wandel bei — wie die Ostfriesischen Inseln deutlich zeigen. Die Inseln Borkum, Lütje Hörn, Memmert, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog (von West nach Ost) sind aus ehemaligen hochwasserfreien Sandplaten zu Düneninseln aufgewachsen. Im Lauf der Jahrhunderte haben sie ihre Lage durch Strandversetzung deutlich gen Osten verschoben. Besonders gut lässt sich die stete Wanderung am "Alten Westturm" von Wangerooge erkennen. Um 1600 im zentralen Inselort erbaut, steht er heute am äußersten Westrand der Insel. Durch Küstenschutzmaßnahmen an den Westseiten der Inseln versucht man, diesen Prozess zu stoppen. Im Norden und an den Ostseiten der Inseln sind den hügeligen Dünenlandschaften ausgedehnte Sandstrände vorgelagert. An der Südseite gehen die Marschen mit ihren Salzwiesen ins Watt über. Da sie als Barrieren die Wucht der auflaufenden Nordseewellen bremsen, fungieren die Ostfriesischen Inseln als Schutz für die Festlandsküste.
U. Kleinelümern

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