Nordrhein-Westfalen - Wirtschaft

Nordrhein-Westfalen - Wirtschaft und Umwelt

978-3-14-100391-8 | Seite 20 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.200.000
Nordrhein-Westfalen | Wirtschaft | Nordrhein-Westfalen - Wirtschaft und Umwelt | Karte 20/1

Überblick

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist Nordrhein-Westfalen mit 705 Mrd. Euro (2018) das wirtschaftsstärkste Bundesland. Das Rheinisch-Westfälische Industriegebiet zählt sogar zu den bedeutendsten Industrieregionen Europas. Vor allem in der Rheinschiene (von Duisburg über Mönchengladbach bis Bonn) mit den beiden Zentren Köln und Düsseldorf herrscht ein großes Wachstum.

 

Die Ende der 1960er-Jahre einsetzende Krise in der Bergbauindustrie hat das Bundesland durch einen grundlegenden Strukturwandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft bewältigt. Eine Zusammenarbeit von Industrie, Dienstleistungen und Wissenschaft steht dabei im Mittelpunkt. Dabei spielen die zentrale Lage in Europa, die hervorragende Infrastruktur, qualifizierte Arbeitskräfte und die Verfügbarkeit großer und gut erschlossener Gewerbeflächen eine entscheidende Rolle.

Industrie …

Die Beschäftigung in der Industrie hat sich zwischen 1970 und 2018 fast halbiert. 2018 waren nur noch rund zwei Millionen Erwerbstätige in diesem Wirtschaftssektor beschäftigt.

 

Die wichtigsten Industriezweige sind die Kunststoff- und Chemiebranche, der Maschinenbau sowie die Elektro- und Automobilindustrie. Die Nahrungs- und Genussmittelbranche spielt ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle.

 

Die Kunststoff- und Chemieindustrie ist der stärkste industrielle Wirtschaftszweig der Region. Im Ruhrgebiet und entlang des Rheins zwischen Bonn und Bottrop liegen ihre räumlichen Schwerpunkte. Dort werden rund ein Drittel aller Umsätze der Branche in Deutschland erwirtschaftet.

 

Der zweitwichtigste Wirtschaftsträger der Region ist der Maschinenbau. In 1500 Betrieben erwirtschaften über 200 000 Erwerbstätige knapp ein Fünftel des gesamten Umsatzes der Branche in Deutschland. Die Elektrotechnik- und Elektroindustrie kommt gleich hinter dem Maschinenbau. Innerhalb der Elektrotechnik spielt die Mikrosystemtechnik eine besondere Rolle. Der räumliche Schwerpunkt liegt dabei auf der Landeshauptstadt Düsseldorf.
Mehr als 1000 Betriebe gehören zur Nahrungs- und Genussmittelindustrie, darunter bedeutende Hersteller wie die Dr. August Oetker KG in Bielefeld, Haribo in Bonn oder Katjes in Emmerich.

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Dienstleistungen und Verkehr

Im Jahr 2018 waren über 7 Mio. Erwerbstätige im Dienstleistungssektor beschäftigt – mehr als doppelt so viele wie 1970. Hier ist besonders die Medienbranche hervorzuheben. Auch im Forschungssektor spielt Nordrhein-Westfalen eine führende Rolle. Neben 70 Hochschulen gibt es dort zwölf Max-Planck-Institute.

 

Eines der dichtesten Autobahn-, Schienen- und Wasserverkehrsnetze Europas sorgt für die notwendigen Personen- und Gütertransportleistungen. Große internationale Flughäfen gibt es in Köln (Köln/Bonn) und Düsseldorf. Beide Städte sind neben Dortmund und Essen auch wichtige Messestandorte.

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… und Bergbau

Die Montanindustrie hat ihre einstige wirtschaftliche Bedeutung für die Region eingebüßt. Ende 2018 wurde die Steinkohlenförderung im Ruhrgebiet komplett eingestellt.

 

Der Braunkohlentagebau im Rheinischen Braunkohlerevier am Nordwestrand des Rheinischen Schiefergebirges wird hingegen weiterhin betrieben. Zu den dortigen Großtagebaurevieren gehören die Tagebaue Garzweiler und Hambach (siehe auch Karte 25.2 „Rheinisches Braunkohlenrevier – Flächennutzung 2018“). Spätestens 2038 soll hier aus Klimaschutzgründen Schluss sein, wodurch sich die Frage nach der künftigen Energieversorgung stellt.

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Weitere Wirtschaftsregionen

Nordrhein-Westfalen verfügt noch über andere Wirtschaftsstandorte mit eigenem Profil.

 

Die Region Aachen ist nicht nur als Standort für ihre traditionelle Süßwarenindustrie (Printen) bekannt. Auch Unternehmen der Elektro- und Glasindustrie und des Maschinenbaus finden sich dort.

 

Die bis nach Niedersachsen reichende Region Ostwestfalen-Lippe im Nordosten war lange Zeit landwirtschaftlich geprägt. In den letzten Jahrzehnten ließen sich dort IT-Unternehmen, Medienkonzerne (Gütersloh) sowie große Betriebe der Möbel-, Haushaltsgeräte- und Nahrungsmittelindustrie nieder.

 

Eine weitere Industrieregion mit langer Geschichte ist das Siegerland in Südwestfalen. Eisenerzbergbau und Hüttenindustrie sind dort inzwischen dem Maschinenbau und der Metallwarenherstellung gewichen.

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