Nordrhein-Westfalen - physisch (nördlicher Teil)

Nordrhein-Westfalen - physisch (nördlicher Teil)

978-3-14-100755-8 | Seite 4 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 600.000
Nordrhein-Westfalen | physisch (nördlicher Teil) | Nordrhein-Westfalen - physisch (nördlicher Teil) | Karte 4/1

Informationen

Der Kartenausschnitt zeigt den überwiegend von der Norddeutschen Tiefebene geprägten Nordteil von Nordrhein-Westfalen. Das Tiefland teilt sich in die weit nach Süden ragende Kölner Bucht und die von einigen Bergrücken durchzogene Westfälische Bucht auf. Zwischen Lippe im Norden und Ruhr im Süden erstreckt sich das dicht besiedelte Ruhrgebiet. Teile des Teutoburger Waldes, der nach Südosten in das Eggegebirge übergeht, und des Wiehengebirges zählen schon zum Weserbergland.

Niederrhein und Münsterland
Ganz im Westen liegt das an die Niederlande grenzende Niederrheinische Tiefland. Die von einigen niedrigen Endmoränenrücken (Sonsbecker Schweiz) durchzogene Region liegt durchschnittlich nur 100 m über dem Meeresspiegel. Der Niederrhein hat eine breite Flussterrassenlandschaft geschaffen, die heute überwiegend von Dauergrünland eingenommen wird. Die Grenzen nach Süden zur fruchtbaren, ackerbaulich genutzten Kölner Bucht sind fließend. Um Straelen, nahe der niederländischen Grenze, wird intensiver Gartenbau (Gemüse, Obst, Blumen) betrieben.
Rechts des Rheins geht das Niederrheinische Tiefland allmählich in die Westfälische Bucht über. Teutoburger Wald und Eggegebirge bilden eine natürliche Grenze im Nordwesten und Westen. Der Haarstrang und das Ardeygebirge begrenzen die Westfälische Bucht im Süden. Der Kernraum des nördlichen Westfalen ist das Münsterland. Einzelne Kreideaufwölbungen wie die Baumberge, die Beckumer Berge und die Hohe Mark setzen Landmarken in der flachwelligen Region. Löss aus der letzten Eiszeit hat die fruchtbaren Böden der Soester Börde im Süden geschaffen. Nach Westen schließt sich die bis Dortmund reichende Hellwegbörde, nach Osten die Geseker Börde an. Die nördlich von Paderborn gelegene Senne zeichnet sich dagegen durch trockene, wenig ertragreiche Sandböden aus. Lippe und Ems sind die wichtigsten Flüsse im Münsterland. Das Münsterland ist geprägt durch eine weitgehend kleinteilige Landwirtschaft. Wiesen, Weiden und von Wallhecken umgebene Ackerflächen haben eine reizvolle Parklandschaft geschaffen. Das Landschaftsmosaik ergänzen Moore (Weißes Venn, Emsdettener Venn), kleine Wäldchen und Heideflächen (Bockholter Berge).

Weserbergland
Wie ein Wall ragen Teutoburger Wald und Eggegebirge östlich des flachwelligen Münsterlandes auf. Sie markieren mit dem weiter nördlich gelegenen Wiehengebirge den westlichsten Teil des nach Niedersachsen reichenden Weserberglandes. Bizarre Felsformationen, u. a. die Externsteine, setzen Akzente in dem langgestreckten Schichtrippengebirge des Teutoburger Waldes, in dessen südöstlicher Hälfte die Stadt Bielefeld liegt. Im Nordwesten schließt sich der Schafberg mit seinen Steinkohleflözen an, im Südosten der Kamm des Eggegebirges. Noch weiter im Osten folgen bis zur Landesgrenze von Süden nach Norden die fruchtbare Warburger Börde, das hügelige, aus Kalkstein aufgebaute Oberwälder Land sowie das vor allem landwirtschaftlich genutzte Lipper Bergland und das flachwellige fruchtbare Ravensberger Hügelland.
E. Astor

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