Nordrhein-Westfalen - Landwirtschaft

Nordrhein-Westfalen - Klima und Landwirtschaft

978-3-14-100391-8 | Seite 19 | Abb. 5 | Maßstab 1 : 1.200.000
Nordrhein-Westfalen | Landwirtschaft | Nordrhein-Westfalen - Klima und Landwirtschaft | Karte 19/5

Überblick

Die natürlichen Bedingungen Nordrhein-Westfalens sind für die Landwirtschaft überwiegend gut. Die lösshaltigen Böden der Niederrheinischen Bucht und des Münsterlandes zählen zu den fruchtbarsten Böden Deutschlands. Die Winter sind mild, die Sommer feuchtwarm.

Ackerbau, Sonderkulturen und Forstwirtschaft

In Nordrhein-Westfalen gab es 2018 fast 1,5 Mio. ha landwirtschaftlich genutzte Fläche. Mehr als zwei Drittel davon (1,04 Mio. ha) wurden als Ackerland genutzt. Über die Hälfte dieser Ackerlandfläche wurde mit Getreide bestellt, ein Großteil davon mit Winterweizen und Wintergerste. Ebenso ist der Rapsanbau von Bedeutung – 2018 betrug die Anbaufläche von Winterraps 57 000 ha. Raps gewinnt – neben seiner Verwendung als Futtermittel – immer mehr an Bedeutung als Energiepflanze. So findet Raps bei der Herstellung von Biokraftstoff oder Biodiesel Verwendung.

 

Einen weiteren Schwerpunkt des Ackerbaus bildet der Zuckerrübenanbau. Bevorzugt werden hochwertige Bodenstandorte, wie sie in den fruchtbaren Bördenlandschaften (Jülicher, Zülpicher und Soester Börde) zu finden sind. Die Kartoffel gedeiht dagegen am besten auf leichten, sandigen Böden; bundesweit steht Nordrhein-Westfalen in der Kartoffelproduktion nach Niedersachsen und Bayern an dritter Stelle. In der Niederrheinischen Bucht und der Soester Börde gibt es ausgedehnten Obst- und Gemüseanbau. Im Westmünsterland werden große Mengen an Silomais für die Schweinehaltung angebaut. Silomais wird sowohl in der Futtermittelproduktion als auch zur Herstellung von Energiemais (für Biogasanlagen) verwendet.

 

Forstwirtschaftliche Nutzung findet vor allem in den Mittelgebirgen statt. Eine intensive Landwirtschaft ist dort aufgrund der Höhenlagen und Hangneigungen nicht möglich.

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Viehhaltung

27 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Nordrhein-Westfalens dienen als Dauergrünland (Stand 2018). Die regionalen Schwerpunkte der Viehwirtschaft liegen im Münsterland und im Niederrheinischen Tiefland. Von den rund 1,38 Mio. Rindern im Jahr 2018 waren lediglich 409 500 Milchkühe. Darüber hinaus wurden über 6,5 Mio. Schweine gehalten. Über ein Viertel der Schweinemastproduktion Deutschlands stammt aus Nordrhein-Westfalen. Auch die Hühnerzucht ist im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen von großer Bedeutung: 2018 wurden rund 11,8 Mio. Hühner gehalten. Darüber hinaus spielt die Pferdewirtschaft eine wichtige Rolle.

Betriebsstrukturen

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Nordrhein-Westfalen wiesen 2018 eine durchschnittliche Betriebsgröße von 46 ha auf (zum Vergleich Gesamtdeutschland 2018: 62 ha). Ein Fünftel aller landwirtschaftlichen Betriebe sind kleiner als 10 ha, dagegen bewirtschaften 34 Prozent der Betriebe jeweils mehr als 50 ha Fläche (fast 11 % der Betriebe verfügen sogar über jeweils 100 ha und mehr).

Nahrungs- und Genussmittelindustrie

<p>Das Münsterland bildet einen Schwerpunkt der Veredlung von Fleischprodukten. Die Jülicher und Zülpicher Börde sind wichtige Standorte der Zuckerindustrie. Dort erfolgt auch die Verarbeitung von Obst- und Gemüse sowie von Milch. In den großen Städten wird Getreide gemahlen. Die Großbrauereien haben ihre Standorte u. a. in Dortmund, Duisburg, Mönchengladbach, Warstein und Meschede.</p>

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