Nordoststaaten der USA - Wirtschaft

Nordoststaaten der USA - Wirtschaft

978-3-14-100700-8 | Seite 200 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 6.000.000
Nordoststaaten der USA | Wirtschaft | Nordoststaaten der USA - Wirtschaft | Karte 200/1

Informationen

Eine erste Gliederung zeigt, dass das östliche Appalachengebirge und die Gebirgsstaaten im Westen als rohstoffreiche Gebiete gelten können. Die amerikanischen Standorte der verarbeitenden Industrie liegen randlich, im "Megalopolisband" an den Großen Seen, an der Atlantikküste sowie (außerhalb des Kartenbildes) am Golf von Mexiko und am Pazifik. Zwischen die Nordoststaaten und die Rocky Mountains schieben sich weite Ebenen fruchtbaren Farmlandes.

Die historische Erschließung
im 18. und 19. Jahrhundert trugen das Bevölkerungswachstum (ausgelöst durch die Einwanderung), das florierende Gewerbe und der intensive überseeische Handel zum Aufschwung der Küstenstädte wie Boston, New York oder Baltimore bei. Neu-England selbst wurde mithilfe seines Handelskapitals und seiner natürlichen Wasserkraftvorkommen zum Vorreiter des Fabriksystems und ab 1800 Großverarbeiter von Baumwolle aus dem Süden. Es versorgte den wachsenden nationalen Markt und exportierte nach England.
Mit der weiteren Westerschließung, der sich entwickelnden Landwirtschaft und den Ressourcenvorkommen im Inneren des Landes entstanden zunächst in der Frühindustrialisierung (1800—1840) Kohlenbergwerke, Eisenwerke und Gießereien im östlichen und westlichen Pennsylvania. Bis 1850 wurden zahlreiche Wasserstraßen, wie z. B. der Erie-Kanal, gebaut und Flüsse kanalisiert. Zwar war die amerikanische Gesellschaft um 1840 noch immer von der Landwirtschaft geprägt, doch begann der Übergang zur nächsten Entwicklungsphase, in der mit der Anwendung von neuen Techniken in der Schwerindustrie Pittsburgh zum Zentrum aufstieg. Mit dem Landmaschinen- und beginnenden Eisenbahnbau dehnte sich das Schwerindustrierevier weiter nach Nordwesten aus. Nach dem Bürgerkrieg, der die wirtschaftliche Dominanz des Nordens verstärkte, blieb die Eisen- und Stahlerzeugung für die Ausweitung des Schienenverkehrs, des Schiffs- und Maschinenbaus, die Versorgung der Landwirtschaft und der wachsenden Haushalte das Rückgrat der Industrieexpansion. Zahlreiche technische Neuerungen wie der elektrische Antrieb, Kühlwagen, Glühlampe, Stahlerzeugung usw. und das wirtschaftspolitische "Laissez-faire-Prinzip" förderten wirtschaftliches Wachstum und Imperienbildung (Stahl- und Eisenbahntrusts).
In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich die städtisch-industrielle Zivilisation endgültig durch und mit ihr die groß angelegte Fließbandproduktion von Automobilen. Die Städte am Rande des Erie- und Michigansees wie Detroit, Flint, Lansing, Cleveland, Chicago, Milwaukee verdanken ihr Emporkommen in dieser Zeit der Automobilindustrie. Die zunächst noch lokalen Produktionsräume wurden verkehrsmäßig durch Kanalsysteme, Eisenbahnen und Straßen zusammengeschlossen und mit der sich entwickelnden Kommunikationstechnik erschienen sie als eine Einheit, als "Heartland of America" oder "Manufacturing Belt", das großräumige, zusammenhängende Industriegebiet Amerikas und Kanadas. Heute gilt der "Manufacturing Belt" trotz der vorhandenen Strukturprobleme nach wie vor als wichtigste Industrieregion des Kontinents.
R. Vollmar, K. Lenz

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