Nordische Vereisungen

Nordische Vereisungen

978-3-14-100758-9 | Seite 2 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.200.000
Nordische Vereisungen |  | Nordische Vereisungen | Karte 2/1

Informationen

Das Eiszeitalter oder Pleistozän, das vor allem die nördlichen Teile der Nordhalbkugel und die Hochgebirge maßgeblich prägte, setzte im Tertiär vor 2,5 Mio. Jahren ein. Eindeutige Spuren in der Landschaft haben aber nur die beiden letzten Eiszeiten hinterlassen. In Mitteleuropa wurden die einzelnen Kaltzeiten nach Flüssen benannt, die die weiteste Ausdehnung der jeweiligen Eisschilde markieren. Die Inlandeismassen in Norddeutschland kamen aus Skandinavien.

Die glaziale Serie
In Norddeutschland entstand wie auch im Alpenvorland ein regelmäßiger glazialer Formenschatz, die glaziale Serie. Bei jedem neuen Gletschervorstoß glitt wieder Eis über die Ablagerungen der vorhergehenden Kaltzeit und/oder Warmzeit. Unter dem Gletscher liegt eine Geschiebe führende Grundmoräne, hinter dem Gletscherende, der Gletscherzunge, erhebt sich eine wallartige Endmoräne. Die aus dem Gletschertor hervortretenden Schmelzwässer schütteten oft gewaltige Schotterebenen (Sander) auf. Die verzweigten Schmelzwässer sammelten sich schließlich in breiten, parallel zum Eisrand liegenden Entwässerungsrinnen (Urstromtäler), um schließlich gemeinsam mit den aus Süden kommenden Flüssen ins Meer zu fließen. Die einzelnen Landschaftsformen der glazialen Serie erschließen in Brandenburg vorbildlich der rund 1800 km² große Geopark Eiszeitland am Oderrand und die Märkische Eiszeitstraße im Nordosten des Bundeslandes.

Saale- und Weichsel-Eiszeit
Vor etwa 230 000 Jahren setzte die Saale-Eiszeit ein, die auf die Elstereiszeit folgte. Unterbrochen von einer Warmzeit endete sie vor 130 000 Jahren. Die Eisbedeckung reichte in Ostdeutschland bis zum Fuß der Mittelgebirge. Einzelne Endmoränenzüge aus dieser Zeit blieben in Brandenburg als Teil des Südlichen Landrückens mit Belzig, Fläming und Niederlausitz gut erhalten. Umgeben sind die alten Endmoränenlandschaften von Grundmoränen. Weitere Altmoränenlandschaften sind die Prignitz im Nordwesten und die Dübener Heide im Süden. Auch das Breslau-Magdeburger Urstromtal wurde in dieser Zeit geformt.
Nach einer Warmzeit, der Eemwarmzeit, folgte vor 115 000 Jahren die Weichsel-Eiszeit, die vor 10 000 Jahren endete. Ablagerungen der Warmzeit (Kiese und Sande) finden sich über den saaleeiszeitlichen Grundmoränen. Die Weichsel-Eiszeit erreichte auch in ihrer weitesten Vorstoßphase, dem Brandenburger Stadium, nicht die Ausdehnung der Saale-Eiszeit. Ihr Rand verlief nördlich des Glogau-Baruther Urstromtals mit markanten Endmoränenbögen, z. B. auf der Grundmoränenplatte der Zauche südwestlich von Potsdam. Auch der in mehreren Staffeln verlaufende zweite große Vorstoß, das Pommersche Stadium, lässt sich gut verfolgen. Die Eisränder lagen jeweils nördlich des Warschau-Berliner Urstromtals (Barnim) und des Thorn-Eberswalder Urstromtals (Nördlicher Landrücken mit der Uckermark). Die Urstromtäler und Schmelzwasserrinnen werden zum Teil auch heute noch von Bächen und Flüssen benutzt. Die vor den Endmoränen liegenden ausgedehnten Sander- und Flugsandgebiete sind vielfach mit Kiefernwäldern bestanden.
E. Astor

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