Nordhalbkugel - Tageslängen - 21.Dezember (Wintersonnenwende)

Erde - Klimazonen und ihre Gliederung

978-3-14-100383-3 | Seite 175 | Abb. 4
Nordhalbkugel | Tageslängen | Erde - Klimazonen und ihre Gliederung | Karte 175/4

Überblick

Ursache für die unterschiedlichen Tageslängen in den geographischen Breiten und im Laufe eines Jahres ist die sogenannte Schiefe der Ekliptik. Das bedeutet, dass die Drehachse der Erde um etwa 23,5° geneigt ist. Der Nordpol ist dadurch im Sommerhalbjahr zur Sonne hin, im Winterhalbjahr von ihr weg geneigt. Mit zunehmender Neigung des Nordpols zur Sonne hin dehnt sich der Bereich, in dem die Sonne im Tagesverlauf nicht untergeht, immer weiter nach Süden aus. Gleichzeitig werden die Tage auf der Nordhalbkugel dort, wo die Sonne noch untergeht, länger. Am 21. Juni, dem Tag der Sommersonnenwende, geht die Sonne zwischen dem Nordpol und dem nördlichen Polarkreis nicht unter. Der 21. Juni ist also der einzige Tag im Jahr, an dem die Sonne am Polarkreis nicht untergeht. Am Nordpol hingegen geht sie im gesamten Sommerhalbjahr (vom 21. März bis zum 23. September) nicht unter. Ab dem 21. Juni nimmt die Neigung des Nordpols zur Sonne wieder ab. Dadurch werden die Tage kürzer und das Gebiet, in dem die Sonne nicht untergeht, schrumpft wieder Richtung Pol. Am 23. September, dem Tag der Herbst-Tagundnachtgleiche, sind Tag und Nacht überall auf der Erde gleich lang. Danach neigt sich der Nordpol von der Sonne weg und die Sonne geht am Pol das erste Mal nach dem halbjährigen Polartag wieder unter, die halbjährige Polarnacht beginnt, in der die Sonne am Pol nicht aufgeht. Mit zunehmender Neigung des Nordpols von der Sonne weg dehnt sich das Gebiet ohne Sonnenaufgang nach Süden hin aus, bis es am 21. Dezember, dem Tag der Wintersonnenwende, den Polarkreis erreicht. Dieser Tag ist auf der gesamten Nordhalbkugel der kürzeste im Jahr. Dann nimmt die Neigung des Nordpols von der Sonne weg wieder ab, die Tage werden länger und das Gebiet ohne Sonnenaufgang zieht sich mehr und mehr an den Pol zurück. Am 21. März, dem Tag der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche, sind Tag und Nacht wieder überall gleich lang.