Norderney - Seebad

Nordseeküste - Fremdenverkehr/Landgewiinung

978-3-14-100754-1 | Seite 12 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 15.000
Norderney | Seebad | Nordseeküste - Fremdenverkehr/Landgewiinung | Karte 12/2

Informationen

Mit 26 km² Fläche ist Norderney nach Borkum die zweitgrößte ostfriesischen Insel — und mit fast 6000 Einwohnern die bevölkerungsreichste. 1398 als "Osterende" erstmals urkundlich erwähnt, setzte sich im 16. Jahrhundert der Name "Norder neye oog" (Nordens neue Insel) durch. 1797 beschloss eine Versammlung der ostfriesischen Stände, des guten Klimas wegen auf Norderney das erste Seebad Deutschlands zu eröffnen. Mitte des 19. Jahrhunderts avancierte der einstige Fischerort zur Sommerresidenz des Hannoverschen Königshauses und zum mondänen Treffpunkt von Adel und Berühmtheiten. Heute gehört das Staatsbad mit rund 3 Mio. Übernachtungen pro Jahr zu den größten Fremdenverkehrsorten Niedersachsens.

"Königin der Nordsee"
Norderney ist die städtischste aller ostfriesischen Inselgemeinden. Die frühen Bauten im Kurzentrum lassen noch den Glanz des feudalen Seebades erkennen. Das historische Kurhaus wurde 1822 als Conversationshaus mit Festsaal, Billardstube und Spielsalon für die noch wenigen Gäste errichtet. Daneben steht das Große Logierhaus, in dem Hannoveraner Könige die Sommermonate verbrachten. Für das Kurtheater von 1894 wurde das Opernhaus in Hannover als Vorbild gewählt. Das als steile Pyramide gestaltete Kaiser-Wilhelm-Denkmal lässt die Aufbruchstimmung bei der Reichsgründung 1871 erkennen: Jede größere deutsche Stadt stiftete dafür einen Stein mit ihrem Namen. Das älteste Kulturdenkmal ist jedoch die Napoleonschanze im heutigen Kurpark. Die 1810 erbaute Befestigungsanlage erinnert an die holländische und französische Fremdherrschaft (1806—13) in Ostfriesland. In unmittelbarer Nähe steht die einzige Windmühle der ostfriesischen Inseln. Sie wurde 1862 erbaut und war bis 1962 in Betrieb. Ein weitere Besonderheit: Norderney besitzt als einzige Nordseeinsel auch größere Waldbestände.
Zum Schutz vor Hochwasser und Sturmfluten ist das Inselufer vom Hafen über den West- bis zum Nord-Badestrand von einem Inseldeckwerk gesäumt, das auch als Fußgängerpromenade dient. Am Ende der Promenade liegt die Georgshöhe. Der nach König Georg IV. von Hannover benannte Aussichtspunkt diente im Zweiten Weltkrieg als Schiffssignal- und Marinestation. Östlich davon schließen sich der Ost-Badestrand und der FKK-Bereich an. Die 15 km lange und maximal 2,5 km breite Insel ist nur im Westen bebaut. Das Stadtgebiet einschließlich der Ortsteile Fischerhafen und die ehemalige Kasernensiedlung Nordhelm nehmen etwa 152 ha ein. Der Rest ist Natur und gehört mit der Dünenlandschaft und den Salzwiesen zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der seit 2009 zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört. Über das Ökosystem Wattenmeer informiert das Nationalparkhaus neben dem Fähranleger an der Südseite der Insel. Von Festlandshafen Norddeich-Mole verkehren tidenunabhängig mehrmals täglich Autofähren nach Norderney. Autofahren ist auf der Insel erlaubt, unterliegt aber besonderen saisonalen Einschränkungen. Die Insel ist auch per Flugzeug erreichbar. Der Verkehrslandeplatz befindet sich in der Inselmitte am Fuß des Leuchtturms — der einzig linksdrehende Leuchtturm Deutschlands und mit 55 m das höchste Bauwerk Norderneys.
U. Kleinelümern

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