Norddeutsches Tiefland - Eiszeitliche Prägung (Glaziale Serie)

Deutschland - Naturraum

978-3-14-100390-1 | Seite 37 | Abb. 3
Norddeutsches Tiefland | Eiszeitliche Prägung (Glaziale Serie) | Deutschland - Naturraum | Karte 37/3

Überblick

Während der jüngsten Eiszeiten drangen Gletscher aus Skandinavien bis weit in das heutige Mitteleuropa vor. Vor sich türmten sie bis zu 200 m hohe Endmoränen auf. Diese setzen sich heute als oft bewaldete Erhebungen und schmale Hügelketten deutlich vom Tiefland in ihrer Umgebung ab. Die Transportkraft der Gletscher war so groß, dass sogar Gesteinsbrocken mit mehreren Meter Durchmesser abgelagert wurden, sogenannte Findlinge. Das Schmelzwasser, das vom Gletscher wegfloss, transportierte feines Material mit sich fort. Vor dem Gletscher wurde zunächst der Sand abgelagert, in ausgedehnten, fast ebenen Sandern. Heute befinden sich dort große Heidelandschaften oder Kiefernwälder. Das Schmelzwasser floss durch das breite Urstromtal ab, das am niedrigsten lag. Es wird gegenwärtig vor allem als Grünland genutzt. Als es wieder wärmer wurde, zogen sich die Gletscher nach Norden zurück. Große Gebiete wurden wieder eisfrei. Es entstanden die ausgedehnten, flachen bis welligen Grundmoränen, heute verbreitet ackerbaulich genutzt. Sie lagen etwas höher als die Sander und Urstromtäler, aber niedriger als die Endmoränen. Grundmoräne, Endmoräne, Sander und Urstromtal bilden zusammen die sogenannte Glaziale Serie.

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Glaziale Serie
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