Niederschläge im Januar

Erde – Klima

100750 | Seite 177 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 180.000.000
Niederschläge im Januar |  | Erde – Klima | Karte 177/3

Überblick


Neben der Verteilung der Niederschläge sind in der Karte auch die drei großen Windsysteme der Erde: den Passat, den Monsun und den Westwind der hohen Breiten. Dadurch sind die wesentlichen Elemente der Entstehung des Erdklimas räumlich dargestellt. Im Vergleich der beiden Karten werden insbesondere die großen regionalen und jahreszeitlichen Unterschiede der Niederschlagsverteilung deutlich.

Niederschlagsverhältnisse in den Tropen …
Die unterschiedliche Niederschlagsverteilung hängt eng mit der Verlagerung der Innertropischen Konvergenz (ITC) zusammen. Die ITC ist wiederum mit dem wandernden Zenitstand der Sonne verbunden. Steht die Sonne am 21. Juni am nördlichen Wendekreis im Zenit (Nordsommer), verschiebt sich die nördliche ITC nach Norden – und mit ihr die tropische Niederschlagszone. So wandert die Zone der maximalen Niederschläge im Nordsommer zum Teil bis über den nördlichen Wendekreis hinaus. Diese Niederschläge im Bereich der ITC (Zenitalregen) sorgen für die tropische Regenzeit.
Am größten sind die Niederschläge dort, wo der tropische Monsun auf Gebirge trifft: Dies ist in Südasien im Nordsommer der Fall. Mit der Nordwärtsverlagerung der ITC und der tropischen Niederschlagszone verschieben sich auch die jeweils polwärts anschließenden tropisch-subtropischen Trockengebiete nach Norden. Im Nordwinter (Januar) verhält es sich umgekehrt: Die Zone der tropischen Zenitalregen verlagert sich auf die Südhalbkugel. Entsprechend ziehen auch die subtropisch-tropischen Trockengebiete von Norden nach Süden.
Mit der jahreszeitlichen Verlagerung der ITC verschieben sich ebenso die anderen Druck- und Windgürtel der Erde. So bewirkt die extreme Nordverlagerung der ITC im Juli über dem indischen Subkontinent, dass die ursprünglichen Südostpassate der Südhalbkugel beim Übertritt über den Äquator zu einem Südwestpassat umgelenkt werden.

… und außerhalb der Tropen
Außerhalb der Tropen ist der Westwind der gemäßigten Breiten das wichtigste Zirkulationssystem. Auf der Nordhalbkugel verläuft die Westwindzone im Nordsommer deutlich weiter nördlich als im Nordwinter. Kern der Westwindzirkulation ist der Jetstream, ein sich im Uhrzeigersinn drehender, wellenförmiger Höhenwind. Mit ihm verbunden sind ostwärts wandernde, niederschlagsbringende Zyklonen (Tiefdruckwirbel), zwischen denen sich zeitweise Hochdruckgebiete festsetzen können.

Verteilung der Niederschläge weltweit
Auf der Erde lassen sich verschiedene Gürtel mit unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen unterscheiden, die sich – stark vereinfacht – wie folgt zusammenfassen lassen: Der Gürtel mit den größten Niederschlagsmengen befindet sich in den inneren Tropen zur Regenzeit. In Richtung der äußeren Tropen nehmen die Niederschlagsmengen durch verkürzte Regen- und verlängerte Trockenzeiten rasch ab.
Zu beiden Seiten des nördlichen und südlichen Wendekreises verläuft jeweils ein Trockengürtel. Im Innern dieser Trockenzonen treten die geringsten Niederschlagswerte weltweit auf. Zwischen 45° und 60° (hohe Mittelbreiten) erreichen die Jahresniederschläge relativ hohe Werte (wobei sie deutlich unter denen der inneren Tropen liegen) und sind über das ganze Jahr gleichmäßig verteilt. Weiter polwärts nehmen die Niederschlagsmengen in Richtung der kalten und deshalb wasserdampfarmen Polarregionen erneut ab.

A. Siegmund, S. Lemke

Info Plus

Die Karte verdeutlicht die großen regionalen und jahreszeitlichen Unterschiede der Niederschlagsverteilung auf der Erde (vgl. 176.2). Dabei wird der enge Zusammenhang mit der durch den wandernden Zenitstand der Sonne verbundenen Verlagerung der Innertropischen Konvergenzzone deutlich. Durch sie wandert die Zone der maximalen tropischen Niederschläge im Nordsommer (Juli) zum Teil bis über den nördlichen Wendekreis hinaus und verschiebt dabei die sich ihr polwärts anschließenden tropisch-subtropischen Trockengebiete nach Norden. Im Nordwinter (Januar) verlagert sich das Verbreitungsgebiet der tropischen Zenitalregen auf die Südhalbkugel. Entsprechend rücken die subtropisch-tropischen Trockengebiete von Norden nach bzw. werden auf der Südhemisphäre polwärts abgedrängt.
Bei einem Vergleich der Lage der Innertropischen Konvergenzzone im Januar und Juli fällt auf, dass diese über den Kontinenten im Sommer jeweils weiter polwärts wandert als über den Ozeanen — eine Folge der rascheren und stärkeren Erwärmung von Festlandsmassen gegenüber Meeresflächen und der mit ihr verbundenen Intensivierung der tropischen Konvektion. Die jahreszeitliche Verlagerung der Innertropischen Konvergenzzone geht mit einer entsprechenden Verschiebung der anderen Druck- und Windgürtel einher. So hat ihre extreme Nordverlagerung im Juli über dem indischen Subkontinent eine Umlenkung des ursprünglichen Südostpassates der Südhalbkugel beim Übertritt über den Äquator zu einem Südwestpassat zur Folge.
A. Siegmund

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