Niederschläge

Euregio Tirol-Südtirol-Trentino – Landwirtschaft/Klima

978-3-14-100782-4 | Seite 19 | Abb. 2
Niederschläge |  | Euregio Tirol-Südtirol-Trentino – Landwirtschaft/Klima | Karte 19/2

Informationen


Die beiden Karten stellen die räumliche Verbreitung der mittleren Niederschlagsmengen im langjährigen Durchschnitt in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino im Winter (Dezember bis Februar) und im Sommer (Juni bis August) dar. Die achtstufige Niederschlagsskala umfasst einen Wertebereich von unter 100 mm (1 Millimeter = 1 Liter pro m²) bis über 700 mm Niederschlag. Klar erkennbar sind die unterschiedlichen Niederschlagswerte in den beiden Jahreszeiten. Darüber hinaus wird die Höhenabhängigkeit der Niederschläge deutlich.

Trockene Winter, feuchte Sommer
Im Vergleich mit anderen Regionen der Alpen weist die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino relativ geringe Niederschläge auf. Ursache für die Niederschlagsarmut ist die durch die umrahmenden Gebirgszüge abgeschirmte Lage der Region. Die auf die Alpen treffenden feuchten Winde regnen sich an den höheren Gebirgszügen ab, die Südtirol umrahmen. Die Region ist dabei durch ihre Lage im Regenschatten des Alpenhauptkamms besonders begünstigt.

Niederschläge im Winter
Im Winter fallen nur wenige Niederschläge. Die tieferen Tallagen des Vinschgaus, des Etsch- und des Eisacktals sowie des Pustertals weisen mit unter 100 mm die geringsten Niederschläge auf. Die Niederschlagsarmut ist durch die Leelage der Täler bedingt. Mit zunehmender Höhe steigen die Niederschlagsmengen an. In den Ötztaler und den Sarntaler Alpen betragen sie jedoch im Winter weniger als 200 mm, in der Ortlergruppe und den Dolomiten summieren sich die Winterniederschläge auf über 300 mm. In den Höhenlagen fallen die Niederschläge im Winter überwiegend als Schnee.

Niederschläge im Sommer
Im Sommer erhalten die Täler Niederschlagsmengen von unter 300 mm. In den Ötztaler Alpen summieren sich die Sommerniederschläge auf bis zu 400 mm, in den Sarntaler Alpen auf bis zu 500 mm. In der Ortlergruppe und den Dolomiten fallen im Sommer bis zu 600 mm. Die hohen Niederschläge in den oberen Höhenlagen gehen mit den zunehmenden Windgeschwindigkeiten, verursacht durch die abnehmende Bodenreibung, einher. Dadurch wird im gleichen Zeitraum mehr Feuchtigkeit als in tieferen Lagen herantransportiert. Eine weitere Ursache für die hohen Niederschlagswerte in den Höhenlagen sind orographische Staueffekte.

Heidrun Kiegel