Niedersachsen physisch - nördlicher Teil

Niedersachsen physisch - nördlicher Teil

978-3-14-100754-1 | Seite 4 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 750.000
Niedersachsen physisch | nördlicher Teil | Niedersachsen physisch - nördlicher Teil | Karte 4/1

Informationen

Der Kartenausschnitt zeigt den nördlichen, zum Norddeutschen Tiefland zählenden Teil Niedersachsens von der Nordseeküste bis zu der Mittelgebirgsschwelle mit dem Wiehengebirge und dem westlichen Weserbergland.

Moore und Heidelandschaften
Die meisten Moorflächen wurden trockengelegt. In einigen Mooren wird vorwiegend für die Gartenwirtschaft Torf gestochen (z. B. bei Uchte im Großen Moor), andere stehen unter Naturschutz. Das Bourtanger Moor im Emsland und in den Niederlanden, bis vor mehr als 50 Jahren eines der größten Moore Deutschlands, wurde mit Mitteln aus dem Emslandplan weitgehend entwässert. Unter Naturschutz steht das Ewige Meer, ein 91 ha großer Hochmoorsee bei Aurich in Ostfriesland. Besonders bekannt wurde das Teufelsmoor nordöstlich von Bremen durch die Künstlerkolonie Worpswede.
Die mageren Heiden in Niedersachsen mit ihrer typischen Wacholder- und Heidekrautvegetation entstanden meistens durch Bewirtschaftung. Ab dem 10. Jahrhundert wurden die ursprünglichen Laubwälder gerodet und in Ackerflächen verwandelt. Die ohnehin kargen Sandböden wurden immer ärmer, bis der Ackerbau aufgegeben werden musste. Bekanntestes und größtes Beispiel ist die Lüneburger Heide. Die einzigartige Landschaft wird heute durch Beweidung mit Schafen offen gehalten.

Wichtige Wasserstraßen
Die Ems im Westen, die Elbe und der Elbe-Seitenkanal im Osten, der Mittellandkanal im Süden und mittendrin die Weser: Niedersachsen hat große Bedeutung in der Binnenschifffahrt. Die Weser erreicht nach Passieren der Porta Westfalica das Norddeutsche Tiefland. Der etwa 150 km lange Abschnitt von Minden bis Bremen wird als Mittelweser bezeichnet, danach folgt bis zur Mündung bei Bremerhaven die unter Gezeiteneinfluss stehende Unterweser. Deichbauten begleiten die Flussufer als Schutz vor Sturmfluten. Bei Niedrigwasserstand kann man noch die Außenweser im Wattenmeer zwischen Mellum und Großer Knechtsand ausmachen. Der Wasserstand wird bis Bremen durch sieben Staustufen reguliert. Bis 2012 soll die Mittelweser für containertaugliche Europaschiffe ausgebaut werden. Die Weser verbindet die Seehäfen von Bremen und Bremerhaven mit dem Mittellandkanal. Nach einer Bauzeit von 32 Jahren konnte der rund 320 km lange Mittellandkanal, der von Rheine am Dortmund-Ems-Kanal bis zur Elbe bei Magdeburg (Schiffshebewerk Rothensee) führt, 1938 eröffnet werden. Bei Minden und Hannover führen große Wasserbrücken den Mittellandkanal über die Weser und die Leine. Jährlich werden auf dieser wichtigen Wasserstraße etwa 23 Mio. t Güter umgeschlagen. 1976 wurde der 115 km Elbe-Seitenkanal eröffnet, der den Mittellandkanal bei Wolfsburg mit der Elbe bei Artlenburg verbindet. Das Schiffshebewerk Scharnebeck gehört mit einer Hubhöhe von 38 m zu den größten in Europa. Ab Meppen ist auch die Ems eine wichtige Wasserstraße. Durch den Dortmund-Ems-Kanal ist sie mit dem Ruhrgebiet verbunden. Ab Papenburg wird die aufgestaute Ems für den Transport der großen Kreuzfahrtschiffe der Meyer-Werft bis in die Mündung in den Dollart genutzt.
E. Astor

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