Niederlausitzer Braunkohlenrevier

Niederlausitzer Braunkohlenrevier

978-3-14-100758-9 | Seite 8 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 500.000
Niederlausitzer Braunkohlenrevier |  | Niederlausitzer Braunkohlenrevier | Karte 8/2

Informationen

Von den 77,1 Mrd. t Braunkohle in Deutschland sind 40,6 Mrd. t unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten abbaubar (Stand 2008). Mit 35 Mrd. t liegt der größte Teil davon im Rheinland. Die geringste potenziell abbaubare Menge findet sich im mitteldeutschen Revier (2 Mrd.t), nur wenig mehr bietet das Lausitzer Braunkohlenrevier (3,6 Mrd. t). Genehmigt waren bis Ende 2008 allerdings insgesamt nur 5,3 Mrd. t.
Mit einer Fördermenge von über 175 Mio. t lag Deutschland 2008 bei den Braunkohle abbauenden Nationen vor China, den USA, Russland und Australien an erster Stelle. Der Rohstoff wird zu großen Teilen in Deutschland genutzt, an der Primärenergieerzeugung hat er einen Anteil von annähernd 40 %.

Von den Anfängen der Braunkohleförderung bis zum Ende der DDR
Die Braunkohle in der Niederlausitz kommt in bis zu 15 m mächtigen Flözen vor und liegt unter einem 30 m dicken Deckgebirge. Die Geschichte ihres Abbaus ist rund zwei Jahrhunderte alt, seit 1871 werden Briketts hergestellt. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Braunkohle in so großem Stil abgebaut, dass sie zum wesentlichen Energielieferanten für die gesamte Region aufstieg. Entsprechend wandelte sich die Wirtschaftsstruktur, so siedelten sich energieintensive Betriebe der Keramik- und Glasproduktion an.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erhöhte sich die Abhängigkeit von der Braunkohle, denn als rohstoffarmes Land musste die DDR mit ihren Autarkiebestrebungen auf ihren wesentlichen Energielieferanten setzen. 1989 wurden allein in der Lausitz 195,1 Mio. t Braunkohle aus der Erde geholt. Seit 1950 lieferte das Gaskombinat Schwarze Pumpe südlich von Spremberg u. a. Wärme, Koks und Briketts. Außerdem entstanden Braunkohlekraftwerke in Lübbenau, Vetschau, Boxberg und Jänschwalde. Zu einer geplanten Erhöhung der Braunkohleförderung kam es durch die Wiedervereinigung Deutschlands nicht mehr.

Das Niederlausitzer Braunkohlenrevier heute
Deutschlands Wiedervereinigung bedeutete eine komplette Erneuerung der Energiepolitik. Statt einer Konzentration auf die Braunkohle gab es plötzlich eine Mischung aus verschiedenen Energieträgern. Bereits 1994 hatte sich die Förderung im Lausitzer Revier auf 75 Mio. t. reduziert, 2008 lag er bei 57,9 Mio. t. Innerhalb kurzer Zeit war nach 1990 nur noch weniger als ein Drittel der zuvor in der DDR Beschäftigten im von der Braunkohle abhängigen Bereich tätig. Acht Tagebaue wurden stillgelegt, 15 Brikettfabriken und sieben Kraftwerke schlossen ihre Tore.
2009 wurde in den Tagebauen Cottbus-Nord, Jänschwalde, Welzow-Süd und Nochten gearbeitet. Der Tagebau Reichwalde soll 2010 wieder in Betrieb genommen werden. Er liegt außerhalb des Kartenausschnitts südlich von Boxberg. Die vier Kraftwerke Schwarze Pumpe, Schwarze Pumpe II, Boxberg IV und Boxberg V wurden neugebaut, Jänschwalde und Boxberg III basieren dagegen auf alten Betrieben. 2011 wird in Boxberg ein weiterer Kraftwerksblock eröffnet.
Zum Braunkohleabbau gehören auch die Themen Umsiedlung und Rekultivierung. Vom Beginn des Tagebaus bis zum Jahr 2008 wurden in Deutschland insgesamt 1706 km² Oberfläche zerstört — der Anteil in der Niederlausitz beträgt 841 km² und ist damit der höchste der drei großen Reviere. Rekultiviert wurden zwischen Lübbenau, Cottbus, Weißwasser und Lauchhammer rund 63 %. Heute wird bereits während des Abbaus darauf geachtet, z. B. die Konturen eines zukünftigen Sees zu schaffen und insgesamt eine hochwertige Bergbaufolgelandschaft im Blick zu haben, die nachhaltige Ökosysteme ermöglicht.
D. Falk

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