Neunkirchen (Saar) - Industriestandort 1980

Neunkirchen (Saar) - Räume im Wandel

978-3-14-100382-6 | Seite 24 | Abb. 1
Neunkirchen (Saar) | Industriestandort 1980 | Neunkirchen (Saar) - Räume im Wandel | Karte 24/1

Überblick

Mit 46 800 Einwohnern (2016) ist Neunkirchen die zweitgrößte Stadt des Saarlandes. Die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises liegt an der Blies, nur 20 km von Saarbrücken entfernt. Wie kaum eine andere Stadt im Saarland war der einst bedeutende Montanstandort von den Strukturkrisen im Steinkohlenbergbau und in der Stahlindustrie betroffen. 1968 wurde der Bergbau eingestellt, das große Eisenwerk 1982 stillgelegt.

Neunkirchen um 1980

Die Karte zeigt die Situation am Industriestandort Neunkirchen vor der Schließung des Neunkircher Eisenwerks, das mit Produktionsstätten, Verkehrswegen und Abraumhalden ein riesiges Areal einnimmt. Steinkohlenbergbau und Eisenhämmer lassen sich in Neunkirchen bis ins Jahr 1431 zurückverfolgen. 1593 ließ Graf Albrecht von Ottweiler beim Dorf Neunkirchen ein Eisenwerk errichten. 1806 erwarben die Gebrüder Stumm das Eisenwerk, das ab 1871 zu einem Unternehmen von Weltrang heranwuchs. Steinkohle wurde im Kohlwald und bis 1968 in der Grube König (am unteren Kartenrand) abgebaut und auf Schienen zum Hüttenwerk transportiert. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden die beiden Hochöfen 1950 wieder angeblasen. Vor der Stahlkrise wurden im Neunkircher Eisenwerk 1974 knapp über 1 Million Tonnen Roheisen, 1,29 Millionen Tonnen Rohstahl und 1,05 Millionen Tonnen Walzwerkfertigerzeugnisse hergestellt. Die Zahl der Beschäftigten betrug rund 8800. 1978 ging das Eisenwerk mehrheitlich in den Besitz des Stahlkonzerns ARBED Luxemburg über.

Differenzierende Karte

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