Neunkirchen (Saar) - Dienstleistungszentrum 2018

Neunkirchen (Saar) - Räume im Wandel

978-3-14-100382-6 | Seite 25 | Abb. 2
Neunkirchen (Saar) | Dienstleistungszentrum 2018 | Neunkirchen (Saar) - Räume im Wandel | Karte 25/2

Überblick

Mit 46 800 Einwohnern (2016) ist Neunkirchen die zweitgrößte Stadt des Saarlandes. Die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises liegt an der Blies, nur 20 km von Saarbrücken entfernt. Wie kaum eine andere Stadt im Saarland war Neunkirchen von den Strukturkrisen im Steinkohlenbergbau und in der Stahlindustrie betroffen. 1968 wurde der Bergbau eingestellt, das große Eisenwerk 1982 stillgelegt. Trotzdem hat Neunkirchen den Strukturwandel vom einst bedeutenden Montanstandort zu einem modernen Industrie-, Dienstleistungs- und Einkaufszentrum geschafft. Die Stadt kann dabei auch von ihrer verkehrsgünstigen Lage profitieren.

Neunkirchen um 2017

Nach der Stilllegung aller Hochöfen und der Kokerei 1982 stand die Stadt Neunkirchen vor großen Herausforderungen. 1984 wurde sie Eigentümerin der 60 ha großen Industriebrache und begann mit dem Abriss von Gebäuden und Schienen sowie der Rekultivierung des Geländes. Das führte dazu, dass Neunkirchen heute – im Gegensatz zum allgemeinen Trend – noch genauso viele unbebaute Flächen hat wie 1980 (siehe Diagramm „Flächennutzung“ in 25.4 „Den Wandel von Räumen mit Diagrammen untersuchen“). Mit dem Abriss verbunden war eine Neugestaltung des an das Industriegelände angrenzenden Stadtareals. 1989 wurde das später noch erweiterte Geschäftszentrum Saarpark-Center eingeweiht. Die Müllverbrennungsanlage auf dem Gelände der ehemaligen Grube König wurde vergrößert und ein Fernheizwerk sowie eine Kläranlage (eine zweite befindet sich bei der alten Grube Oberschmelz) wurden errichtet. Teile des Industriegeländes wurden in einen Gewerbepark umgewandelt, kommunale und Landesbehörden (unter anderem TÜV) entstanden. Eine besondere Touristenattraktion ist das der Industriegeschichte und -kultur gewidmete „Alte Hütten Areal“, das auch für kleine und größere Veranstaltungen genutzt werden kann. 1991 wurden der Neunkircher Hüttenweg, 1993 der Hüttenpark und 1996 der Neunkircher Grubenweg eingeweiht. Teile des ehemaligen Eisenwerks sind als Industriedenkmale ausgewiesen, unter anderem der Wasserturm und die Stummsche Reithalle. Nach wie vor produziert die Saarstahl AG auf dem nordöstlichen Industriegelände Feinstahl, Drähte und Gießereiprodukte.

Differenzierende Karte

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