Neubrandenburg - Wirtschaft

Neubrandenburg

978-3-14-100759-6 | Seite 13 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 100.000
Neubrandenburg | Wirtschaft | Neubrandenburg | Karte 13/2

Informationen

Mecklenburg-Vorpommern hat sechs kreisfreie Städte, zu denen neben Rostock, Wismar, Schwerin, Stralsund und Greifswald auch Neubrandenburg gehört. Diesen Status wird die Stadt bei der für 2011 angekündigten Kreisreform gegen den einer Kreisstadt eintauschen. In der Hierarchie der zentralen Orte wird Neubrandenburg jedoch weiter oben stehen. Mit 66 000 Einwohnern ist es eines von vier Oberzentren, zu denen ebenfalls Rostock, Schwerin sowie Stralsund und Greifswald mit geteilten Funktionen gehören.

Geschichte
Eine der Keimzellen Neubrandenburgs war ein Kloster des Prämonstratenserordens, der sich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts im heutigen Stadtteil Broda ansiedelte. Aus dem Jahr 1248 stammt der Stiftungsbrief des Markgrafen von Brandenburg, in dem der Bau einer Stadt festgelegt wurde. Ab dem Beginn des 14. Jahrhunderts entstand eine steinerne Stadtmauer, in die u. a. Tore integriert wurden, denen Neubrandenburg heute seinen Beinamen "Stadt der vier Tore" verdankt.
1352 wurde das Herzogtum Mecklenburg für über ein Jahrhundert in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Stargard geteilt. Der Herzog von Mecklenburg-Stargard nahm seine Residenz in Neubrandenburg, was der Stadt eine politische und wirtschaftliche Blüte bescherte. Beendet wurde diese durch den Dreißigjährigen Krieg, dessen Spätfolgen Neubrandenburg 1671 in den Konkurs führten.
Die zweite Blütezeit Neubrandenburgs begann 1701, als das Teilherzogtum Mecklenburg-Strelitz entstand, die Stadt zentrale Funktionen übernahm und später von den Herzögen zur Sommerresidenz erkoren wurde. Im 18. Jahrhundert entstanden alle wichtigen Gebäude neu, darunter 1775 das Stadtschloss.
Im 19. Jahrhundert begann das Wachstum Neubrandenburgs auch über die Begrenzung des mittelalterlichen Festungsrings hinaus. Lebten 1839 erst über 6000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits mehr als 10 000. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs war die architektonische Pracht dahin, aber 1952 wurde Neubrandenburg Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks der DDR. Die Innenstadt wurde wieder aufgebaut, 1958 war die Zahl der Einwohner auf über 30 000 gewachsen.
1990 lebten mit über 90 000 Menschen mehr Menschen als je zuvor in Neubrandenburg, die Abwanderung von mehr als 20 000 von ihnen zeigt allerdings die deutliche negative Tendenz.

Struktur
Für rund 400 000 Menschen in Ostmecklenburg-Vorpommern übernimmt Neubrandenburg zentrale Funktionen. Mit den Bundesstraßen B 96 (u. a. Richtung Stralsund und Berlin), B 104 (u. a. Richtung Lübeck und Stettin/Szczecin) und B 192 (Richtung Wismar) sowie der Lage an der Bahnstrecke Berlin-Stralsund ist die Stadt verkehrstechnisch gut vernetzt. Außerdem führt die B 197 (Richtung Anklam) zur nahen Autobahn A 20 (u. a. Richtung Lübeck und Stettin/Szczecin), im Jahr 2007 wurden am Flughafen Neubrandenburg 15 000 Passagiere abgefertigt.
In einem strukturschwachen Raum sind diese Standortfaktoren interessant für Betriebe des Mittelstandes, die sich auf den Gewerbeflächen im Nordosten des Stadtkerns konzentrieren. Dort bieten u. a. Unternehmen der Informationstechnologie 2500 Arbeitsplätze. In der Fahrzeugzulieferindustrie stehen 800 Arbeitsplätze zur Verfügung, im Maschinenbau und bei der Metallbearbeitung arbeiten rund 600 Menschen.
D. Falk

Google Maps

Zur Orientierung

Die Lage und Ausdehnung dieser Diercke Karte kannst Du Dir zur Orientierung als Kartenrahmen in Google Maps anzeigen lassen.

Jetzt orientieren