Naturschutz

Naturschutz

978-3-14-100759-6 | Seite 7 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.500.000
Naturschutz |  | Naturschutz | Karte 7/1

Informationen

Mecklenburg-Vorpommern hat den höchsten Anteil aller Bundesländer an unter Naturschutz gestellten Gebieten. 15 % der Landesfläche nehmen allein die Großschutzgebiete ein. Zum System des Naturschutzes gehören nicht nur knapp 300 Naturschutzgebiete, drei National- und sieben Naturparks. Das Land verfügt auch über die Biosphärenreservate Südost-Rügen, Schaalsee und den Naturpark Mecklenburgisches Elbtal, der zum länderübergreifenden Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe gehört. Dazu kommen noch 143 großflächige Landschaftsschutzgebiete und der behutsam für den Tourismus erschlossene Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft mit seinen zahlreichen Eiszeitrelikten wie den 320 t schweren Findling von Altentreptow.

Großschutzgebiete
Drei Schutzgebiete Mecklenburg-Vorpommerns haben den Status eines Nationalparks und unterliegen damit besonders strengen Schutzbestimmungen. Größter ist mit 80 500 ha der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, der neben Landflächen von Darß, Zingst, Bock, Hiddensee und Westrügen größere Flachwassergebiete (Bodden) und kleinere Inseln umfasst. Der 32 200 ha große Nationalpark Müritz umfasst in zwei räumlich getrennten Gebieten eine abwechslungsreiche Moränenlandschaft mit Seen (u. a. das Nordostufer der Müritz und ein Teil der Feldberger Seenlandschaft) und bewaldeten Kuppen. Zwischen den Teilräumen liegt das Stadtgebiet von Neustrelitz. Jasmund auf Rügen mit den berühmten Kreidefelsen ist mit 3000 ha Deutschlands kleinster Nationalpark.
Biosphärenreservate wurden im Rahmen des UNESCO-Programms "Mensch und Biosphäre" eingerichtet. Sie schützen Kulturlandschaften, in denen der Mensch eine umweltschonende Wirtschafts- und Lebensweise entwickeln soll. Dazu gehören in Mecklenburg-Vorpommern das Biosphärenreservat Schaalsee — eine Wald-, Moor- und Seenlandschaft — in das sich dank seiner Lage an der ehemaligen innerdeutschen Grenze Pflanzen und Tiere ungestört entwickeln konnten. Ähnliches gilt für das länderübergreifende Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, eine von Binnendünen gesäumte naturnahe Auenlandschaft mit verschiedenen Weidenarten. Zum Biosphärenreservat Südost-Rügen zählen die Halbinsel Mönchgut, die bewaldete Granitz, das Vogelschutzgebiet Insel Vilm und Teile des Greifswalder Boddens.
Naturparks dienen vor allem der Erholung und dem Tourismus. In der hügeligen Seen- und Moränenlandschaft liegen die Naturparks Feldberger Seenlandschaft (mit alten Buchenbeständen), Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See sowie Sternberger Seenland östlich von Schwerin. Eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mecklenburg-Vorpommerns mit zahlreichen naturbelassenen Seen weist der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide. Große Teile der Insel Usedom gehören zum Naturpark Usedom. Die vielfältige Landschaft umfasst neben langen Sandstränden, Steilküsten und stark gegliederten Boddenküsten auch Kiefernwälder, Moore und Trockenrasenflächen. An der Grenze zu Polen liegt der 2005 eingerichtete, in die Karte noch nicht eingetragene Naturpark Am Stettiner Haff. Die Uferlandschaften und die Haffregion dienen vielen Vögeln, darunter auch dem seltenen Wiedehopf, als Brut- oder Rastplätze.
E. Astor

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