Nationenbildung um 1825

Amerika - Staaten und Geschichte

978-3-14-100770-1 | Seite 191 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 64.000.000
Nationenbildung um 1825 |  | Amerika - Staaten und Geschichte | Karte 191/3

Informationen

Die russische Kolonie Alaska wurde zwar von Pelzhändlern genutzt, aber vom Mutterland vernachlässigt und schließlich 1867 an die USA verkauft. England hatte seinen Besitz nach Nordwesten um die Hudson Bay ausgedehnt und im Pariser Frieden von 1763 alle französischen Festlandbesitzungen erworben, von denen nach der Unabhängigkeitserklärung der USA nur Kanada geblieben war. Das Oregon-Gebiet teilte sich England mit den Vereinigten Staaten. Diese waren durch den Zusammenschluss der 13 Kolonien der Ostküste entstanden, die 1774 von England politische Gleichberechtigung forderten. Der Einsatz britischer Streitkräfte führte zum Unabhängigkeitskrieg (1775—83), der Unabhängigkeitserklärung des Kongresses (1776) und zum Entwurf der bis heute gültigen Verfassung von 1787. Bis 1825 wurden Kentucky, Tennessee, Ohio, Indiana, Illinois, Mississippi, Alabama und Louisiana Teile des Bundesstaates.

Unabhängigkeit Mittel- und Südamerikas
Mexiko hatte sich unterdessen die Unabhängigkeit von der spanischen Kolonialmacht erkämpft und wurde 1824 zur Republik. Die Staaten Mittelamerikas hatten sich überwiegend 1821 von Spanien unabhängig gemacht, 1823 schlossen sie sich zur Zentralamerikanischen Konföderation zusammen, die 1841, nach jahrelangen Bürgerkriegen, zerbrach und nicht wieder hergestellt werden konnte.
Die Autonomie Südamerikas war zu großen Teilen das Werk des Simón Bolívars (1783—1830). Der "Libertador" drängte Venezuela 1811 zur Erklärung der Unabhängigkeit. Nach dem siegreichen Kampf gegen die Spanier wurde er 1819 Präsident des Landes. Er vereinigte Venezuela und Neugranada zur Republik Großkolumbien, der er das von ihm befreite Ecuador und Peru anschloss. Ab 1825 amtierte er auch als Präsident des 1824 befreiten und nach im benannten Bolivien. Nach vergeblichen Versuchen, die befreiten Länder zu einigen, trat er 1830 zurück. Auch die anderen Staaten Südamerikas (mit Ausnahme von Guayana) erklärten zwischen 1810 und 1828 ihre Unabhängigkeit.

Staatenbildung in der Neuen Welt
In Nordamerika vollzog sich die Staatenbildung erfolgreich, aber nicht konfliktfrei. Im Krieg gegen Mexiko konnten die USA zwischen 1846 und 1848 das Gebiet der späteren Unionsstaaten New Mexico, Arizona, Colorado, Utah, Nevada und Kalifornien erobern. In den 1860er-Jahren führte der Konflikt um die Abschaffung der Sklaverei zum Sezessionskrieg zwischen dem Süden und dem Norden, der 1865 mit der Kapitulation der Südstaaten und der Wiederherstellung der Union endete.
In den ehemaligen Kolonialländern brachte die politische Unabhängigkeit für die überwiegend aus Indianern, Afro-Amerikanern und Mischlingen bestehende Bevölkerung keine Emanzipation. Mangels einer politisch beteiligten, staatstragenden Bevölkerung übernahm die kleine Schicht der europäischstämmigen Kreolen mit der gesamten politischen und ökonomischen Macht auch die Herrschafts- und Gesellschaftsstrukturen der ehemaligen Kolonialmächte. Sie setzten sich fort im System der Haciendas mit autoritär organisierten Großgrundbesitztümern, in denen der Eigentümer auf lokaler Ebene praktisch Regierungsbefugnisse (z. B. Rechtsprechung, Verwaltung, Abgaben) ausübte. Da die Eigentümer der Haciendas häufig miteinander verwandt oder interessensverbunden waren, kontrollierten sie weite Landstriche und blockierten erfolgreich die Interessen der Zentralregierung.
K. Lückemeier

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