Nördliches Baden-Württemberg - Physische Karte

Physische Karte

978-3-14-100852-4 | Seite 12 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 500.000
Nördliches Baden-Württemberg | Physische Karte | Physische Karte | Karte 12/1

Überblick

Zwei Flusslandschaften prägen das nördliche Baden-Württemberg. Zum einen ist es der Rhein (Oberrhein), der auf einer Länge von 437 Kilometern durch das Land fließt bzw. seine Grenze zu Frankreich und Rheinland-Pfalz bildet, zum anderen sein 367 Kilometer langer Nebenfluss Neckar, der im östlichen Schwarzwald entspringt, die Landeshauptstadt Stuttgart durchfließt und bei Mannheim mündet. Seine zahlreichen Nebenflüsse lösen das Südwestdeutsche Schichtstufenland in einzelne Höhenzüge auf.

Oberrhein und Odenwald

Die Bruchzone des Oberrheinischen Tieflandes wurde schon im Erdaltertum angelegt. Im Eozän kam es dann zu einer starken Einsenkung des Grabenbruchs, ein Vorgang, der auch heute noch nicht abgeschlossen ist; manchmal kommt es zu leichteren Erdbeben. Auch die zahlreichen Thermalquellen an den Grabenrändern deuten auf geotektonische Aktivitäten hin. In jüngster Zeit wird die Geothermie (Erdwärme) genutzt.

Nach der Rheinregulierung blieben die abgeschnürten Rheinmäander als Altrheinarme zurück. Einige der amphibischen Auenlandschaften (z. B. die Ketscher Rheininsel) stehen unter Naturschutz. Dank des milden Klimas und guter Böden werden die höher gelegenen Flussterrassen und Grabenränder intensiv landwirtschaftlich genutzt. Neben Weinbau gibt es zahlreiche Spezialkulturen, etwa Spargel zwischen Schwetzingen und Rastatt oder Zwetschgen bei Bühl.

Während sich der Rheingraben eintiefte, wurden die Randgebirge Odenwald und Schwarzwald sowie Pfälzerwald und Vogesen emporgehoben. Der Odenwald gliedert sich in den Vorderen oder Kristallinen Odenwald und den Hinteren oder Buntsandstein-Odenwald. Buntsandstein herrscht auch im Kleinen Odenwald südlich des Neckars vor. Der Katzenbuckel, mit 626 Metern die höchste Erhebung des Odenwalds, überragt mit seiner Basaltkuppe das Buntsandsteinplateau.

Mehr anzeigen

Gäuplatten und Schichtstufen

Nach Süden fällt der Odenwald zum hügeligen Kraichgau ab, das im Süden vom Schwarzwald und im Osten vom Neckar begrenzt wird. Die aus Muschelkalk und Keuper aufgebaute Gäuplatte trägt stellenweise eine bis zu 30 Meter mächtige Lössdecke, die einen intensiven Ackerbau ermöglicht. Lössaufwehungen prägen auch den Pfinzgau zwischen Karlsruhe und Pforzheim sowie das Strohgäu östlich von Pforzheim. Die zum Teil waldbedeckten, zum Teil mit Reben bestandenen Keuperinseln Stromberg und Heuchelberg überragen das Lösshügelland im Osten. Stuttgart liegt im breiten Neckarbecken, das im Osten vom Traufrand der aus Keupergestein aufgebauten Schwäbisch-Fränkischen Waldberge überragt wird. Dazu zählen Waldenburger Berge, Schurwald, Welzheimer Wald, Murrhardter Wald, Löwensteiner Berge, Mainhardter Wald, die Limpurger Berge und die Ellwanger Berge.

Zu den Gäulandschaften zählt auch die Muschelkalkhochfläche des teilweise verkarsteten Baulandes  ganz im Norden. Die Tauber hat sich im Taubergrund tief in die Muschelkalkplatte eingeschnitten. Die hügelige Hohenloher Ebene, die sich zwischen Neckar und Tauber halbkreisförmig um die Waldberge legt, wird von den windungsreichen Flussläufen der Jagst und des Kocher durchzogen.

E. Astor

Mehr anzeigen