Nördliches Afrika / Naher Osten (Orient) - Wirtschaft

Nördliches Afrika / Naher Osten (Orient) - Wirtschaft

978-3-14-100770-1 | Seite 166 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 18.000.000
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Informationen

Das nördliche Afrika und der Nahe Osten weisen vielfältige Wirtschaftsstrukturen auf.

Nordafrika
Die Netze der Erdöl- und Erdgasleitungen in Nordafrika und die zahlreichen Symbole für Lagerstätten, Erdölraffinerien und chemische Industrien an der Küste Nordafrikas lassen die erstrangige Bedeutung dieser Wirtschaftszweige für die Volkswirtschaft vor allem in Algerien und Libyen, aber auch Tunesien und Ägypten erahnen. Die genannten Länder gehören zur Gruppe der "Erdöl exportierenden Länder mittleren Einkommens". Diese Staaten haben bereits eine volkswirtschaftlich bedeutende Industrialisierung von der Grundstoff- bis zur Konsumgüterindustrie erreicht.
In Marokko, das über zwei Drittel der bekannten Weltreserven an Phosphaten verfügt, hat die Industrialisierung mit der Phosphaterzeugung begonnen. Heute liegt das Land auf diesem Sektor weltweit an dritter Stelle. Zu den reichen Bodenschätzen Marokkos zählen außerdem Steinkohle, Erdöl und Erdgas sowie Blei-, Kupfer- und Eisenerze. Wichtige Industriezweige sind die Metallverarbeitung, die chemische Industrie sowie die Nahrungsmittel-, Textil-, Leder- und Konsumgüterindustrie. Für den Export werden außer Zitrusfrüchten, diversen Gemüsesorten und Wein vor allem Korkeichen angebaut. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus, der, ähnlich wie in Tunesien, etwa ein Drittel der Devisenerlöse erbringt. Der Handwerkssektor, der in beiden Ländern in der Tradition des orientalischen Handwerks steht, war zuletzt vor allem in Marokko rückläufig.

Golfstaaten
Die Wirtschaft der Golfanrainer einschließlich Irak, Iran und Kuwait wird ebenfalls in überragendem Maße durch die Erdölförderung bestimmt. Hinzu kommt die Förderung von Erdgas. Insgesamt lagert in dieser Region die Hälfte der weltweiten Erdöl- und Erdgasreserven. In zunehmendem Maße greifen aber auch Bemühungen zur Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur. An die Erdölförderung knüpfen Raffinerien und petrochemische Industrie an. Erdgas bildet die Grundlage für energieintensive Industrie wie die Metallverhüttung — aber auch für Meerwasserentsalzungsanlagen, die das Überleben der Menschen am Golf erst ermöglichen. Auch in den Dienstleistungssektor flossen hohe Investitionen, z. B. an den Standort Dubai.

Israel
Israel ist die leistungsstärkste Volkswirtschaft an der Mittelmeerküste. Seine Palette reicht von einer exportorientierten Bewässerungslandwirtschaft über Hightech-Industrie bis hin zum Tourismus. Die Phosphate und Salze im Zentralnegev und am Südufer des Toten Meeres dienen als Basis der dort ansässigen chemischen Industrie. In der Hafenstadt Haifa und im Großraum Tel Aviv hat sich eine hochspezialisierte verarbeitende Industrie angesiedelt. Auch Güter der Schwerindustrie werden in erster Linie im Raum Haifa produziert. Bei den weiteren Industriestandorten dominiert die Textilindustrie mit zahlreichen Standorten auch in kleineren Städten. Die Energieversorgung ist auf die Einfuhr von Rohöl angewiesen, das sowohl per Tanker in die Mittelmeerhäfen gelangt, als auch mithilfe einer Ölleitung vom Hafen Elat am Roten Meer nach Ashdod und weiter nach Haifa gepumpt wird.
M. Felsch, B. Wiesenicht

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