Mond - Vorderseite

Die Erde im Weltall

100750 | Seite 196 | Abb. 1
Mond | Vorderseite | Die Erde im Weltall | Karte 196/1

Informationen

Die Karte zeigt die Ansicht des Mondes — mit Mondvorderseite, dem Äquator in der Mitte und der Nordhälfte oben —, wie sie sich einem Betrachter im Fernglas zeigt. Da die Eigenrotation des Mondes gleich seiner Umlaufzeit um die Erde ist (gebundene Rotation), weist der Mond der Erde stets nahezu dieselbe Seite zu. Da die Rotation völlig gleichmäßig, der Umlauf aber aufgrund der leicht elliptischen Bahn (Perigäum 356 410 Kilometer, Apogäum 406 740 Kilometer, mittlere Entfernung 384 400 Kilometer) etwas ungleichmäßig verläuft, ergeben sich zeitweise leichte Verschiebungen der Mondansicht (Libration des Mondes).
Der Mond ist der einzige Himmelskörper, auf dem ohne große Hilfsmittel Einzelheiten einer Landschaft zu erkennen sind. Die schnelle Abkühlung nach seiner Entstehung hatte rasch eine dicke Krustenbildung zur Folge, wodurch es heute auf dem Mond weder eine Plattentektonik noch Vulkanismus gibt. Seine Oberfläche weist Höhenunterschiede bis zu 16 Kilometer auf; sie ist durch Einschlagsereignisse verschieden großer Kleinplaneten und Meteorite maßgeblich geformt. Die ältesten Gebiete sind die hell erscheinenden Hochländer. Die dunkel erscheinenden Maria (Ez: Mare) entstanden durch austretende Basaltlava nach Einschlag größerer Körper in der Frühphase des Mondes. Maria zeigen deutlich weniger durch Meteoriteneinschläge verursachte Krater — die überwiegend aus der Frühphase stammen — auf und sind daher jünger als die von Kratern übersäte Kruste der Hochebenen. Einige Krater zeigen ein radiales Strahlensystem (Auswurfmaterial) wie beispielsweise die Krater Nummer 9 und 11.
Der Monddurchmesser entspricht mit 3476 Kilometern etwa einem Viertel des Erddurchmessers, die Mondmasse beträgt sogar nur etwa ein Achtzigstel der Erdmasse. Deshalb erreicht die Mondanziehungskraft nur ein Sechstel der Erdanziehungskraft. Der Mond besitzt weder eine Atmo- noch eine Hydrosphäre. Auf der Tagesseite erreichen die Oberflächentemperaturen 120 °C, auf der Nachtseite fallen sie bis auf minus 130 °C.
A. Schulz