Mittelrheintal bei Sankt Goar und Oberwesel - Tourismus und Verkehr im UNESCO-Welterbe

Mittelrheintal bei Sankt Goar und Oberwesel - Eine Karte lesen und auswerten

978-3-14-100390-1 | Seite 14 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 25.000
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Überblick

Im Jahr 2002 wurde das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen im Süden und Koblenz im Norden zum Weltkulturerbe ernannt. Die UNESCO begründete dies mit drei Kriterien: Erstens ist der Rhein seit zwei Jahrtausenden eine der wichtigsten Verkehrsadern Europas. Zweitens ist das Mittelrheintal aufgrund der Geologie und der Eingriffe durch den Menschen eine einmalige Kulturlandschaft. Drittens zeigt die Region beispielhaft eine traditionelle Bewirtschaftung in einem engen Flusstal, was besonders am Weinbau zu sehen ist.

 

Zu einem Schwerpunkt des Tourismus hat sich die Loreley mit den beiden Städten Sankt Goar und Sankt Goarshausen entwickelt. Dabei ist die Loreley mehr als nur ein Schieferfelsen, der rund 125 Meter über den Rhein emporragt. Sie ist ein mythischer Ort, von dem viele Menschen meinen, dass sie ihn in ihrem Leben gesehen haben müssen. Rund um die Loreley gibt es nämlich viele Mythen und Sagen. So schrieb der Dichter Clemens Brentano 1800 eine romantische Ballade mit dem Namen Loreley (Lorelei). Einer Legende aus dem 19. Jahrhundert zufolge ist die Loreley eine Nixe, die auf dem besagten Felsen ihre langen, goldenen Haare kämmte und sang. Dadurch waren die vorbeifahrenden Schiffer abgelenkt und achteten trotz der gefährlichen Strömung nicht auf den Kurs, sodass ihre Schiffe an den Felsen zerschellten. Zur Erinnerung daran befindet sich heute eine Bronzestatue der Loreley an der Hafenmole von Sankt Goarshausen.

 

Touristen finden hier zudem ein Besucherzentrum und eine Freilichtbühne. Direkt vor Ort kann in einer Jugendherberge und auf einem Campingplatz übernachtet werden. Auf der anderen Seite des Rheins lassen einige Aussichtspunkte den Blick auf die Loreley zu.

 

Auf der linken Rheinseite, oberhalb von St. Goar, erhebt sich die Burgruine Rheinfels. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert gebaut und war lange die bedeutendste Festung der Umgebung. Die gegenüberliegende Burg Katz stammt aus dem 14. Jahrhundert. 1806 wurde sie von französischen Truppen zerstört; heute beherbergt das neu errichtete Gemäuer ein Hotel. Unmittelbar nördlich der beiden Rheinstädtchen ist der Bau einer Straßenbrücke im Gespräch, da zwischen Koblenz und Mainz sonst keine weitere Brückenverbindung mehr besteht. Allerdings würde ein solches Projekt wohl im Konflikt mit dem Status des Oberen Mittelrheintals als UNESCO-Welterbe stehen, weswegen sich hier keine schnelle Lösung abzeichnet.

 

Sankt Goar und Sankt Goarshausen haben sich auf den Tourismus spezialisiert; viele der Einwohner arbeiten in Hotels und Gasthäusern. Bei den Gästen sehr beliebt sind Rheinkreuzfahrten. Ein weiteres wirtschaftliches Standbein ist der Weinbau, der ebenfalls eng an den Tourismus geknüpft ist. Für Wanderer gibt es ein gut ausgebautes Wegenetz. All dies trifft in ganz ähnlicher Weise für Oberwesel zu, das am südlichen Kartenrand liegt.

 

Ein großes Problem für die im Oberen Mittelrheintal lebenden Einwohner ist die Belastung durch Lärm und Schadstoffe infolge des intensiven Schienen-, Straßen- und Schiffsverkehrs durch das Nadelöhr zwischen Hunsrück und Taunus. Gerade die links- und rechtsrheinisch verlaufenden Bahnstrecken stellen die wichtigste Güterverkehrsverbindung auf der Schiene zwischen den Nordseehäfen (Rotterdam, Antwerpen), den BENELUX-Staaten und dem Ballungsraum Rhein-Ruhr auf der einen und der Schweiz und Norditalien auf der anderen Seite dar.

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