Mittelmosel - Weinbau

Deutschland – Landwirtschaft

100750 | Seite 43 | Abb. 4 | Maßstab 1 : 50.000
Mittelmosel | Weinbau | Deutschland – Landwirtschaft | Karte 43/4

Überblick


Der Weinbau an der Mosel blickt auf eine lange Tradition zurück. Auf rund 12 000 Hektar werden dort vor allem Weißweine erzeugt. Den Weltruf des Moseltals hat die Rebsorte Riesling begründet, die auf steilen Terrassen mit skelettreichen bzw. steinreichen Schieferböden und viel Sonne gedeiht.

Weinbau
Die besonderen klimatischen Voraussetzungen werden sowohl durch die gute Lage der Steilhänge als auch durch die Reflektion der Sonnenstrahlung durch die Mosel begünstigt. Nur teilweise besonnte Hänge, geringere Hangneigungen und zunehmende Entfernung von der Mosel bewirken Qualitätseinbußen beim Wein.
Gerade in den Spitzenlagen sind allerdings die Bedingungen für die Bewirtschaftung schwierig. Vielerorts dominiert Handarbeit und kleine motorbetriebene Seilwinden sind in den Steillagen das einzige Hilfsmittel.
Unter den Winzerbetrieben ist ein starker Konzentrationsprozess zu beobachten. Die Zahl der Haupterwerbsbetriebe ist zwischen 1980 und 2005 auf ein Drittel gesunken. Zugleich hat die Rebfläche jedoch nur unwesentlich abgenommen, weshalb die durchschnittliche Betriebsgröße gestiegen ist.
Hintergrund der Abnahme des Haupterwerbs sind die hohen Kosten für moderne Kelterei- und Kellertechnik sowie für das Marketing. Viele kleine Betriebe können diese in der Regel nicht tragen.

Tourismus
Als Kulturlandschaft mit einer langen Geschichte ist das Moseltal bei Touristen sehr beliebt. Das ermöglicht vielen Winzern ein wirtschaftliches Überleben. Das touristische Angebot wird durch die Schaffung besonderer Anziehungspunkte, wie Klettersteigen an Weinbergen, noch erweitert.

M. Felsch, J. Seibel

Info Plus

Der Weinbau an der Mosel blickt auf eine lange Tradition zurück (s. römische Kelteranlage bei Piesport). Heute werden auf rund 12 000 Hektar vor allem Weißweine erzeugt. Den Weltruf des Moseltals hat die Rebsorte Riesling begründet, die auf steilen Terrassen mit skelettreichen Schieferböden und ganztägiger Besonnung die Erzeugung von Spitzenweinen ermöglicht. Das besondere Mikroklima wird neben den Steilhängen, die expositionsbedingt sehr hohe Globalstrahlungswerte erreichen, auch durch die Reflektion der Sonnenstrahlung durch die Mosel hervorgerufen. Nur teilweise besonnte Hänge, geringere Hangneigungen und zunehmende Entfernung von der Mosel bewirken Qualitätseinbußen. Gerade in den Spitzenlagen sind allerdings die Bedingungen für die Bewirtschaftung schwierig. Vielerorts dominiert Handarbeit, denn kleine motorbetriebene Seilwinden sind in den Steillagen das einzig mögliche Hilfsmittel. Lagen wie Michelsberger Treppchen weisen zwar Qualitätsnachteile auf, sind dafür aber auch maschinell zu bewirtschaften.
Unter den Winzerbetrieben ist ein starker Konzentrationsprozess zu beobachten. Die Zahl der Haupterwerbsbetriebe ist zwischen 1980 und 2005 auf ein Drittel gesunken; da zugleich die Rebfläche nur unwesentlich abnahm, ist die durchschnittliche Betriebsgröße gestiegen. Hintergrund sind auch die hohen Kosten für moderne Kelterei- und Kellertechnik sowie Marketing, die kleine Betriebe i. d. R. nicht tragen können.
Als alte Kulturlandschaft ist das Moseltal sehr attraktiv für Touristen (siehe Hotels in der Karte), sodass vielen Winzern aus Hofverkauf, Gastronomie und Übernachtungsangeboten zusätzliche Einnahmequellen entstehen, die oft erst ein wirtschaftliches Überleben ermöglichen. Eine Tendenz ist auch die Schaffung neuer touristischer Anziehungspunkte, z. B. Klettersteige entlang von Weinbergen in Steillagen.
M. Felsch