Mittelgebirge Harz

Erholungsraum Harz

978-3-14-100754-1 | Seite 7 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 500.000
Mittelgebirge Harz |  | Erholungsraum Harz | Karte 7/2

Informationen

Der Harz erstreckt sich über eine Länge von 110 km von Seesen (Niedersachsen) bis Lutherstadt Eisleben (Sachsen-Anhalt). Der Niedersächsische Anteil umfasst große Teile des Oberharzes. Die höchste Erhebung bildet mit 1142 m der in Sachsen-Anhalt liegende Brocken (1142 m), höchster Gipfel in Niedersachsen ist der Wurmberg (971 m). Bei einer Höhendifferenz von rund 900 m erstreckt sich der Harz über sechs Höhenstufen der Vegetation und bildet die Heimat von über 5000 Tierarten.
Die zahlreichen Flüsse entwässern im Westen zur Weser und im Osten zur Elbe. Von den 17 Talsperren zählen die Innerste-, Grane- und Okertalsperre in Niedersachsen zu den größten.

Bergbau
Jahrhundertelang bildete der Bergbau das wirtschaftliche Rückgrat des Mittelgebirges. Der Schwerpunkt lag im Abbau von Silber, Blei und Zink. Die Technische Universität Clausthal entstand 1968 aus einer Bergakademie. 2007 stellte die Grube "Wolkenhügel" in Bad Lauterberg als letztes Bergwerk ihren Betrieb ein. Orte wie Clausthal-Zellerfeld, Bad Grund, St. Andreasberg und Altenau, aber auch die ehemalige Kaiserpfalz Goslar haben ihre Entwicklung dem Bergbau zu verdanken. Das 1988 stillgelegte Bergwerk Rammelsberg zählt zusammen mit der Altstadt von Goslar seit 1992 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Tourismus
Bis 1990 verlief die deutsch-deutsche Grenze durch den Harz. Grenznahe Gebiete wie das Brockenplateau waren militärisches Sperrgebiet. Heute zählt der Harz zu den meistbesuchten Mittelgebirgen Deutschlands. Der Harzer Hexenstieg führt als knapp 100 km langer Wanderweg von Osterode über den Brocken bis nach Thale. 2007 wurden Wanderstrecken verschiedener Schwierigkeitsstufen sowie 222 Stempelstellen zu dem länderübergreifenden Projekt "Harzer Wandernadel" zusammengefasst. Mountainbiker können zwischen 60 ausgeschilderten Strecken und mehreren Bikeparks wählen. Zahlreiche Flüsse und Talsperren bieten Möglichkeiten zum Wassersport. Von Braunlage aus führt eine Seilbahn auf den Wurmberg. Die Mitte 2008 zum "Höhlen-Erlebnis-Zentrum" erweiterte Iberger Tropfsteinhöhle empfing bereits in ihrem ersten Halbjahr rund 60 000 Besucher. Die zahlreichen Burgen, Schlösser und Ruinen sind weitere beliebte touristische Ziele. Im östlichen Teil des Harzes liegt das mit 140 km Länge größte zusammenhängende Schmalspur-Streckennetz Deutschlands.
Im Winter zieht der Harz durch seine Wintersportmöglichkeiten weitere Touristen an. Wichtige Wintersportorte in Niedersachsen sind Altenau-Torfhaus, Braunlage-Hohegeiß, Goslar-Hahnenklee und St. Andreasberg. An der Wurmbergschanze bei Braunlage und am Landesleistungszentrum Biathlon auf dem Sonnenberg bei St. Andreasberg finden internationale Wintersport-Wettbewerbe statt.

Nationalpark Harz
2006 entstand im Harz der erste länderübergreifende Nationalpark Deutschlands. Dazu wurden die beiden Nationalparks Hochharz (Sachsen-Anhalt, 1990) und Harz (Niedersachsen, 1994) zusammengefügt. Der Nationalpark Harz umfasst heute etwa ein Zehntel der Gesamtfläche des Mittelgebirges und ist zu 96 % bewaldet.
H. Kiegel

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