Metropole Frankfurt

Frankfurt/Main

978-3-14-100700-8 | Seite 41 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 17.500
Metropole Frankfurt |  | Frankfurt/Main | Karte 41/1

Informationen

Obwohl Frankfurt/Main nie Hauptstadt oder Regierungssitz war, besaß die Stadt schon seit dem Mittelalter weitreichende zentrale Funktionen von europäischem Rang, v. a. in den eng miteinander verwobenen Bereichen Handel und Finanzen. Die Lage am Kreuzungspunkt wichtiger Handelswege, das Recht auf eigene Münzprägung, das 1240 verliehene Messeprivileg, die Entwicklung von Frühformen einer Bank ab 1402 und die Gründung der Börse 1585 waren die Grundlagen der Entwicklung Frankfurts zum führenden deutschen Börsen- und Finanzplatz, der nur durch einen teilweisen Verlust wirtschaftlicher Funktionen nach 1871 zugunsten der neuen Hauptstadt Berlin abgeschwächt wurde.
Einen Aufschwung erlebte die Stadt ab 1948, als die Vorgänger-Institution der Deutschen Bundesbank, die Bank deutscher Länder, in Frankfurt gegründet wurde und dort ihren Sitz nahm. Dies wirkte wegen der Schlüsselrolle dieser Bank wie ein Sog auf andere in- und ausländische Kreditinstitute, von denen sich mehrere Hundert in Frankfurt ansiedelten. Eine Steigerung erfuhr die Bedeutung als Finanzplatz durch die Ansiedlung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Jahre 1998, die im gemeinsamen Währungssystem der EU eine ähnliche Rolle einnimmt wie nach 1948 die Bundesbank.
Eng mit den Banken verflochten sind weitere hochspezialisierte Unternehmen des Dienstleistungssektors wie Versicherungen, die Börse, Immobilienentwickler, Finanzdienstleister, Werbeagenturen und Consultingfirmen. Die überwiegend starke Nachfrage nach hochwertigen Büroräumen, in Abhängigkeit von der Konjunktur allerdings durchaus schwankend und phasenweise wegen eines Überangebotes auch rückläufig, hat zur Expansion der City über den ehemaligen Altstadtbereich und den Ring ehemaliger Wallanlagen (heute Grünfläche) hinaus geführt. Dabei wurden zum einen Entlastungsstandorte (Bürostadt Niederrad) gebaut, angrenzende Wohnviertel teilweise umgenutzt (Westend) oder ehemalige Industriegebiete in der Nähe des Bahnhofs erschlossen und neu bebaut (City West). Die Mieten bzw. Immobilienpreise zeigen aber die ungebrochene Bevorzugung des Bahnhofsviertels und der Innenstadt innerhalb der Wallanlagen.
Nur indirekt aus dem Kartenbild erschließbar ist die Bedeutung Frankfurts als Verkehrsknoten. Der Hauptbahnhof und der Flughafenbahnhof liegen zentral im deutschen und im europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz und machen Frankfurt deshalb zum wohl wichtigsten Umsteigeort innerhalb Deutschlands. Der Hauptbahnhof ist zudem auch Zentrum im Regionalverkehr (siehe U- und S-Bahn in der Karte.
Die Frankfurter City ist zudem ein zentrales Einkaufszentrum. Ausgedehnte Fußgängerzonen rund um die Zeil, die wichtigste Einkaufsstraße der Stadt, wurden Ende der 1980er-Jahre eingerichtet und laden zum Flanieren ein. Die Konkurrenzdruck zwingt den Einzelhandel auch hier zu einer fortwährenden Umstrukturierung und Modernisierung. Ältere, uniform wirkende Kaufhäuser werden gegenwärtig abgerissen und durch Gebäudekomplexe wie "FrankfurtHochVier" (bestehend aus zwei Bürohochhäusern, einem rekonstruierten Barockpalais und einem gewaltigen Einkaufszentrum) ersetzt.
M. Felsch

Graphiken

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Das Cluster des Finanzplatzes Frankfurt am Main

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Flächennutzung in der Frankfurter Innenstadt

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Bodenpreise in Frankfurt

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