Meeresfischfang, Fischverzehr und Fischereikonflikte

Erde - Weltmeere

978-3-14-100770-1 | Seite 41 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 180.000.000
Meeresfischfang, Fischverzehr und Fischereikonflikte |  | Erde - Weltmeere | Karte 41/3

Informationen

Die Überfischung der Meere ist ein typisches Beispiel für die nicht nachhaltige Ausbeutung von Ressourcen und die Gefährdung oder sogar Auslöschung ganzer Bestände zu Gunsten kurzfristiger wirtschaftlicher Erträge. Es gibt nur noch wenige Regionen, in denen Bestände nicht unter eine kritische Marke gesunken sind. Dorsch-, Lachs- und Thunfische, Kopffüßer und höhere Krebse sind dabei noch stärker gefährdet als die Heringsfische.
Fischereikonflikte sind vor allem dort zu verzeichnen, wo es noch relativ große Bestände gibt (Alaska, Südspitze Amerikas) oder wo einstmals große Bestände zunehmend erschöpft sind (z. B. die Dorschbestände vor Labrador oder um Island). Oft sind es die großen Flotten weniger Länder, die weltweit agieren und sich gegen die kleineren Küstenfischer regionaler Herkunft leicht durchsetzen. Gemessen an den Gesamterträgen wird die Fischerei von einigen Fischfangnationen wie China, Peru, Indien und Japan dominiert. Die wichtigsten europäischen Fischfangnationen sind Norwegen, Russland, Island, Spanien und Dänemark.
Der Walfang ist durch internationale Abkommen in den letzten Jahren reduziert worden, auch wenn nicht alle Walfangländer daran teilnehmen, z. B. Norwegen und Japan). Es besteht daher Hoffnung, dass sich die gefährdeten Bestände im Pazifik wieder etwas erholen. Um die Antarktis wurde 1994 ein großräumiges Schutzgebiet eingerichtet, die Bestände sind dort und im Südatlantik gesichert.
Durch Fangmengenquotierungen und Strukturmaßnahmen versucht die EU, die Bestände im Nord- und Ostseeraum vor Überfischung zu schützen. Dies wird erleichtert durch die 200-Seemeilen-Zone, sodass internationale Fangflotten im Nord- und Ostseeraum nicht agieren können, erschwert allerdings durch das verbreitete Überschreiten der Fangquoten.

Aquakulturen
Einen denkbaren Ausweg aus dem Dilemma zwischen Nahrungsversorgung und Überfischung der Meere bieten Aquakulturen, die sich in einigen Ländern in den letzten Jahren zu einem einträglichen Wirtschaftszweig entwickelt haben. Marine Aquakulturen haben vor allem in Asien eine lange Tradition, aber zu einem wirtschaftlich rentablen Industriezweig mit enormen Wachstumszahlen haben sie sich erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Auch Garnelen werden zunehmend in Aquakulturen gezüchtet, insbesondere in Entwicklungsländern im Übergangsbereich der Tropen und Subtropen. Garnelenteiche findet man vor allem in Südostasien und an der Westküste Süd- und Mittelamerikas. Hauptabnehmer sind neben den USA vor allem Japan und Europa.
M. Felsch, E. Astor

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