Mecklenburg-Vorpommern - Wirtschaft

Mecklenburg-Vorpommern - Mecklenburg-Vorpommern - Wirtschaft und Verkehr
978-3-14-100381-9 | Seite 18 | Abb. 1

Überblick

Mecklenburg-Vorpommern ist die am wenigsten industrialisierte und wirtschaftsschwächste Region Deutschlands. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag 2017 bei 26 560 Euro und damit an letzter Stelle im Bundesvergleich. Nach einer EU-Studie aus dem Jahr 2016 ist Mecklenburg-Vorpommern zudem die am wenigsten wettbewerbsfähige Region Deutschlands. Darunter wird die Fähigkeit verstanden, Unternehmen und Einwohnern dauerhaft ein attraktives Umfeld zum Leben und Arbeiten zu bieten. Verglichen werden unter anderem die wirtschaftliche Stabilität der Regionen, ihre Infrastruktur und der Bildungsgrad der Einwohner. Trotz der nicht zu übersehenden Fortschritte bei der Ansiedlung neuer Unternehmen und beim Bruttoinlandsprodukt kann Mecklenburg-Vorpommern nicht mit den anderen Bundesländern mithalten. Die wichtigsten Wirtschaftsstandorte sind Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Greifswald und Stralsund. Neben traditionellen Wirtschaftsbereichen wie der Landwirtschaft und dem Tourismus gab es in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Neuansiedlungen in industriellen Wachstumsfeldern, wie der Holz- oder Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt, im Bereich Offshore-Windkraft, in der Kunststoffverarbeitung sowie von Callcentern.

Ernährungswirtschaft

Die Ernährungswirtschaft ist einer der wichtigsten Industriezweige in Mecklenburg-Vorpommern und schon seit Jahren auf Wachstumskurs. Sie erwirtschaftet über ein Drittel des Umsatzes im Verarbeitenden Gewerbe – weit mehr als im bundesdeutschen Durchschnitt. In den etwa 90 Betrieben dieses Wirtschaftszweiges arbeiten mehr als 14 000 Menschen. Die Produktpalette umfasst Milcherzeugnisse und Saft, Backwaren, Wurst- und Fleischwaren, Babynahrung, Rapsöl und Fisch. Wichtige Zentren der Ernährungsindustrie sind die Regionen Ludwigslust und Demmin sowie die Insel Rügen.

Maritime Industrie

Die maritime Industrie ist eine wichtige Säule der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Sie unterteilt sich in Schiffs- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik. Derzeit arbeiten in dieser Branche ca. 10 000 Menschen in knapp 300 Unternehmen. Diese konzentrieren sich vor allem auf die dreizehn Hafenstandorte des Landes.

Energie

Mecklenburg-Vorpommern ist im Bereich der erneuerbaren Energien unter den Spitzenreitern in Deutschland. Ende 2016 gab es 1844 Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung von 3091 Megawatt. Über 40 Prozent des Bruttostromverbrauchs können mit ihnen produziert werden. Vor der Küste befindet sich der Offshore-Windpark Baltic 1, weitere sind in Bau bzw. in Planung. Der in Rostock ansässige Hersteller von Windenergieanlagen Nordex SE war 2016 das umsatzstärkste und nach den Beschäftigtenzahlen das drittgrößte Unternehmen Mecklenburg-Vorpommerns. Biogas- und Photovoltaikanlagen spielen ebenfalls eine große Rolle bei der umweltverträglichen Energiegewinnung. In Greifswald und Wismar gibt es Solarmodul-Fabriken. In der Nähe von Greifswald kommt die Erdgas-Pipeline Nord Stream aus dem russischen Wyborg an Land, über die Deutschland und Westeuropa mit russischem Erdgas versorgt werden. Größere Kraftwerke in Mecklenburg-Vorpommern sind die Kraftwerke Rostock und Schwerin-Süd.

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