Mecklenburg-Vorpommern - Landwirtschaft

Mecklenburg-Vorpommern - Klima und Landwirtschaft

978-3-14-100381-9 | Seite 17 | Abb. 6
Mecklenburg-Vorpommern | Landwirtschaft | Mecklenburg-Vorpommern - Klima und Landwirtschaft | Karte 17/6

Überblick

Die überwiegend ebene bis flachwellige Oberfläche und die milden Winter machen Mecklenburg-Vorpommern zu einer für die Landwirtschaft gut nutzbaren Region. Der Norden wird von mittelmäßig fruchtbaren Böden wie dem sogenannten Pseudogley bedeckt. Im Süden findet man gute und fruchtbare Parabraunerden. In einigen tieferen Tälern treten auch landwirtschaftlich kaum nutzbare Moorböden auf. In der DDR-Zeit waren die Land- und Forstwirtschaft von sehr hoher Bedeutung für Mecklenburg-Vorpommern. Nach 1990 wurden große Agrarflächen stillgelegt. Dennoch arbeiten bis heute 3 Prozent aller Beschäftigten in diesem Bereich, das sind mehr als doppelt so viele wie in Gesamtdeutschland.

Pflanzliche Produktion

Fast 80 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche Mecklenburg-Vorpommerns entfallen auf Ackerland. Auf den guten bis sehr Böden werden überwiegend Weizen, zum Teil auch Zuckerrüben angebaut. Auf weniger guten Böden erfolgt der Anbau von anderen Getreidesorten und Futtermitteln. Im Jahr 2016 wurden 556 000 Hektar der insgesamt 1,08 Millionen Hektar Ackerland mit Getreide bestellt, 60 Prozent davon mit Winterweizen. Von zunehmender Bedeutung ist der Anbau von Winterraps, der 21 Prozent der gesamten Ackerfläche bedeckte. Der wachsende Anteil von Rapspflanzen ist auf die Züchtung besonderer Rapssorten sowie auf die europäische Agrarpolitik zurückzuführen. Die europäische Agrarpolitik sieht vor, dass auch auf stillgelegten Flächen der Anbau von „Non-Food-Raps“ für die Produktion von Biodiesel erlaubt ist. In der Nähe der größeren Siedlungen erfolgt der Anbau von Obst und Gemüse. Teile der Mecklenburgischen Seenplatte sind mit Wald bestanden, der forstwirtschaftlich genutzt wird.

Betriebsstrukturen

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern sind im Vergleich zu anderen deutschen Betrieben sehr groß. Mit 277 Hektar pro Betrieb betrug die Durchschnittsgröße 2017 etwa das Viereinhalbfache des gesamtdeutschen Wertes, der bei 60,5 Hektar lag. Ursache dafür ist die Entstehung der heutigen Betriebe aus den großen Staatsbetrieben der DDR. Neben diesen Großbetrieben gibt es eine Vielzahl kleiner Betriebe, die überwiegend im Nebenerwerb bewirtschaftet werden.

Viehhaltung

Ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche entfällt auf Dauergrünland wie Wiesen und Weiden. Die Schwerpunkte der Viehwirtschaft liegen in der Rinder- und Schweinehaltung. Die regionalen Zentren der Viehwirtschaft befinden sich im westlichen Mecklenburg-Vorpommern.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie

In der Nahrungs- und Genussmittelindustrie überwiegen Betriebe der Milchverarbeitung, die an verschiedenen Standorten vertreten sind. Hinzu kommen Betriebe der Obst- und Gemüseverarbeitung. Rostock, Stralsund, Dargun und Lübz sind Standorte von Großbrauereien.

Differenzierende Karte

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