Maloelap-Atoll (Marshall-Inseln)

Australien und Ozeanien - physische Übersicht

978-3-14-100700-8 | Seite 183 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 500.000
Maloelap-Atoll (Marshall-Inseln) |  | Australien und Ozeanien - physische Übersicht | Karte 183/3

Informationen

Ringförmige oder ovale Korallenriffe mit über den Meeresspiegel aufragenden Inseln und einer Lagune in der Mitte werden als Atolle bezeichnet. Steinkorallen und Kalkalgen bilden die Lebensgemeinschaft Riff. Für das Gedeihen der Korallenriffe sind bestimmte ökologische Bedingungen erforderlich: Das Meerwasser muss eine Mindesttemperatur von 20 °C und einen Salzgehalt um 3,5 Prozent aufweisen, außerdem sollte es sauerstoffreich, stark bewegt und mit ausreichendem Lichteinfall gesegnet sein — die Vorkommensgrenze der Korallen liegt bei etwa 25 Metern Tiefe. Aufgrund dieser sehr speziellen Ansprüche ist die Verbreitung der Korallenriffe auf die tropischen Zonen etwa zwischen 30 Grad nördlicher und 30 Grad südlicher Breite begrenzt.

Entstehung von Atollen
Erklärt wird die Entstehung von Atollen durch die Darwinsche Theorie aus dem Jahre 1842. Während des langsamen Absinkens einer Vulkaninsel bildet sich zuerst ein Saumriff, dann ein Barriereriff. Das Riffwachstum von 1 bis 25 Millimetern pro Jahr hält mit dem Absinken Schritt, sodass die Riffoberfläche immer nahe dem Meeresspiegelniveau bleibt. Wenn schließlich die Vulkaninsel ganz verschwunden ist, tritt eine Lagune an ihre Stelle. Das Riff selbst besteht aus den Skeletten der abgestorbenen Korallen. Die optimalen Wachstumsbedingungen sind an der seewärtigen Seite des Riffs zu finden, wo die Wellen in Windrichtung heranbranden. Seewärts wird das Riff horizontal erweitert; der Abfall — bei einer horizontalen Entfernung von zehn Kilometern auf über 4000 Meter Tiefe — ist dort steil.
Zur Lagune hin, die lediglich 40 bis 60 Meter tief ist, ist der Abfall flach. Die Lagune besitzt mehrere im Lee der Brandung gelegene Durchlässe (Riffkanäle, Passagen) zum offenen Meer, durch die das in die Lagune eingedrungene Wasser wieder ablaufen kann. Sie dienen auch Schiffen als Einfahrt in die Schutz bietende Lagune. Der aus Korallenschutt und Sand bestehende und auf der Luvseite durchgehend ausgebildete Riffkranz, der wie ein Wellenbrecher wirkt, ragt mit einzelnen Inseln ein bis vier Meter über die Hochwasserlinie heraus. Die von den etwa 200 bis 400 Meter breiten, lang gestreckten Inseln gebildete Landfläche ist sehr gering. Das Maloelap-Atoll beispielsweise hat bei einer Lagunenfläche von 600 km² nur etwa 6 km² Landfläche. Maloelap gehört zur Republik Marshall-Inseln, die bei 2 Mio. km² Seefläche (innerhalb der 200 Seemeilen-Zone) nur 180 km² Landfläche aufweist.

Karge Lebensbedingungen
Die Südsee ist neben dem Indischen Ozean (Malediven) das Hauptverbreitungsgebiet von Atollen. Aufgrund der kargen Lebensbedingungen nimmt die Bevölkerung besonders auf den abseits gelegenen Atollen ab. Die wichtigste Ernährungsgrundlage bilden die genügsamen Kokospalmen, die etwa ab ihrem zehnten Lebensjahr 50 oder mehr fettreiche Kokosnüsse pro Baum liefern, und dies rund 60 Jahre lang. Ihren Eiweißbedarf decken die Atollbewohner durch Meerestiere, die bei Ebbe auf dem trocken gefallenen Riff aufgesammelt werden. In künstlichen Gruben wird mit der Taro ein stärkereiches Knollengewächs angepflanzt.
R. Pertsch

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