Müritz - Tourismus und Naturschutz

Naturschutz

978-3-14-100759-6 | Seite 7 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 200.000
Müritz | Tourismus und Naturschutz | Naturschutz | Karte 7/2

Informationen

Die Müritz liegt im Herzen der Mecklenburgischen Seenplatte. Mit 117 km² Fläche ist das "Kleine Meer", so die Übersetzung des ursprünglich slawischen Namens, nach dem Bodensee Deutschlands zweitgrößtes Binnengewässer. Im Nordwesten geht die Müritz in die Mecklenburger Großseen über und ist durch die Müritz-Elde-Wasserstraße mit der Elbe verbunden. Südöstlich der Müritz schließt sich die Strelitzer Seenplatte an, durch die die Müritz-Havel-Wasserstraße bis nach Berlin führt. Das dichte Netz aus Wasserstraßen sowie ausgedehnte Rad- und Wanderwege machen die Gewässerlandschaft zu einem beliebten Urlaubsparadies für Wassersportler und Naturliebhaber. Durch den Ausbau der entsprechenden Infrastruktur entwickelt sich der Tourismus zunehmend zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in der bevölkerungsarmen und strukturschwachen Region. Eine Alternative zum Hotel- oder Campingurlaub bietet das Chartern eines Hausboots. Besonderer Anziehungspunkt ist der Müritz-Nationalpark mit einer halben Million Besucher pro Jahr. Größte Stadt und touristisches Zentrum ist Waren mit dem historischen Stadtkern, dem Müritz-Museum und dem neuen Stadthafen.

"Kleines Meer"
Die Müritz ist ein Relikt der Weichseleiszeit und entstand durch die ausschürfende Kraft der Gletscher und Schmelzwasserrinnen. Der See wird vorwiegend aus Grundwasser gespeist. Einziger natürlicher Zufluss ist die Elde, die über den Müritzarm und die Kleine Müritz den See an seinem südlichen Ende erreicht. Ihr Abfluss liegt im nördlichsten Zipfel in der Binnenmüritz bei Waren. Hier befindet sich mit 33 m auch die tiefste Stelle des Sees, der im Mittel nur 6 m tief ist.
Bereits im Mittelalter begann man, in das natürliche Wassersystem der Müritz einzugreifen. Erst wurde durch Mühlenstaue mehr Land unter Wasser gesetzt, später wurde zwecks einer durchgehenden Schiffbarkeit der Elde und den damit verbundenen Kanalbauten der Wasserspiegel wieder anderthalb Meter gesenkt. Das flache, weiträumig kaum mehr als 1 m tiefe Ostufer ist dennoch in Teilen sumpfig geblieben und hat sich mit seinen dichten Röhrichtzonen zu einem Vogelparadies entwickelt. Am höher gelegenen Westufer reichen Wiesen, Felder und kleine Wälder bis nah an das Wasser heran.

Müritz-Nationalpark
Das Ostufer gehört seit 1990 zum Müritz-Nationalpark, von dem die Karte den größeren westlichen Teil zeigt. Ein separates Teilareal (Serrahn) liegt östlich von Neustrelitz. Das Schutzgebiet ist ein einzigartiges Mosaik von ausgedehnten Kiefern- und alten Buchenwäldern, über 100 Seen, zahlreichen Mooren, vermoorten Senken, Tümpeln, Sümpfen, Wiesen und Wacholderflächen. Insgesamt sind zwei Drittel der 322 km² großen Fläche mit Wäldern bedeckt. Etwa 20 % werden von Gewässern eingenommen, darunter befinden sich auch die Havelquellseen. Im Schutzgebiet sind mehrere Kernzonen ausgewiesen, die sich durch eine besonders wertvolle Flora und Fauna auszeichnen und Lebensraum für zahlreiche bedrohte Arten bieten. Hier können sich Sonnentau, Schneidried und Enzian ungestört entfalten, finden Fischotter und Seeadler eine Heimat sowie Fischadler und Kraniche einen Brutplatz.
U. Kleinelümern

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