München - Kulturzentrum

München

100750 | Seite 35 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 50.000
München | Kulturzentrum | München | Karte 35/2

Informationen

"Weltstadt mit Herz", "Millionendorf" oder "heimliche Hauptstadt" — die Attribute, die man München bereits gegeben hat, sind vielfältig und manchmal auch widersprüchlich. In einem aber besteht kein Zweifel: München ist eines der bedeutendsten deutschen Kulturzentren. Die Stadt besitzt Baudenkmäler, Theater, Museen, Bibliotheken und wissenschaftliche Einrichtungen von internationalem Rang. Die reichhaltigen Kunstschätze und die vielen Attraktionen locken jährlich zahlreiche Touristen aus dem In- und Ausland an. Im Jahre 2006 wurden 4,4 Mio. ankommende Gäste und 8,9 Mio. Übernachtungen gezählt, rund 47 Prozent der Besucher kamen aus dem Ausland. Am stärksten frequentiert wird die bayerische Landeshauptstadt von Gästen aus den USA, gefolgt von Touristen aus Italien, Großbritannien, Österreich und der Schweiz.

Theater- und Bühnenleben
Die Entwicklung zum Kulturzentrum verdankt München ebenfalls den Wittelsbachern. Sie ließen unter anderem Residenz-, Cuvilliés- und Nationaltheater bauen. Das "Theaterviertel" befindet sich im Bereich der Residenz und an der Maximilianstraße. Neben den bereits genannten Bühnenhäusern haben die Münchener Kammerspiele, das Werkraumtheater, das Theater am Marstall und mehrere Boulevardtheater dort ihren Standort. Insgesamt gibt es in der Stadt derzeit 60 Theater und annähernd 90 Lichtspielhäuser, darunter sechs Großkinos.
Kleinkunst und Kabarett sind in Schwabing konzentriert. Daneben entwickelte sich in Haidhausen ein neuer Schwerpunkt. Dieser Stadtteil machte eine rasante Entwicklung durch. In den 1960er-Jahren noch ein unattraktives, sanierungsbedürftiges, gründerzeitliches Arbeiterwohnviertel mit hohem Ausländeranteil, wurde es Ende der 1970er-Jahre als citynahes, urbanes Wohnviertel entdeckt. Eine "Schwabingisierung" setzte ein: Künstler, Kneipen und Boutiquen kamen, Wohnungen wurden luxussaniert, das Image des Stadtteils veränderte sich. Die Wohnbevölkerung wechselte, und mit ihr die soziale Schichtung. Das neue Kulturzentrum am Gasteig mit der Philharmonie, dem großen Konzertsaal Münchens, trug zur weiteren Aufwertung des Viertels bei. Großprojekte in direkter Nachbarschaft, wie das City-Hilton und die Löwenbräu-City, setzen die Umstrukturierung fort. Nirgendwo in München ist der Prozess der Viertelsveränderung so dynamisch wie derzeit noch in Haidhausen.

Museen, Bibliotheken und Hochschulen
In der bayerischen Landeshauptstadt stehen insgesamt 44 Museen und Sammlungen sowie 129 öffentliche Bibliotheken für Besucher offen. Das mit Abstand bedeutendste Museum Münchens ist das Deutsche Museum. Es ist eines der größten technischen Museen der Welt und zählt jährlich mehr als 1 Mio. Besucherinnen und Besucher. Seine Gründung geht auf das Jahr 1903 zurück, der heutige Bau auf der Museumsinsel wurde 1925 eröffnet. Die wichtigsten Kunstsammlungen und Museen der Bildenden Künste befinden sich in einem etwa einen Kilometer breiten, in West-Ost-Richtung verlaufenden Streifen zwischen Königsplatz beziehungsweise Alter und Neuer Pinakothek und dem Friedensengel.
Die Bayerische Staatsbibliothek an der Ludwigstraße, gegründet 1558, ist mit einem Bestand von 8,6 Mio. Bänden eine der größten Bibliotheken in Deutschland. In direkter Nachbarschaft befindet sich mit der Ludwig-Maximilians-Universität, die 1826 von Landshut nach München verlegt wurde, die derzeit größte deutsche Universität. Im Rahmen der "Exzellenz-Initiative" des Bundes und der Länder wurde sie 2006 gemeinsam mit der Technischen Universität München als Elite-Universitäten ausgewählt. In den insgesamt drei Universitäten und acht Hochschulen der Stadt sind derzeit rund 86 000 Studenten immatrikuliert. Münchens Image und Ambiente übt eine ungebrochene Anziehungskraft auf junge Menschen und vor allem auf Studentinnen und Studenten aus, obgleich das Wohnen und die Lebenshaltung ausgesprochen teuer sind.
W. Watzka

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Arbeitsplatz- und Einwohnerverteilung in München

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