Möhnetalsperre

Tourismus

978-3-14-100755-8 | Seite 13 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 50.000
Möhnetalsperre |  | Tourismus | Karte 13/1

Informationen

Der Möhnesee ist mit über 10 km² Wasserfläche und einem Fassungsvermögen von 135 Mio. km³ die flächengrößte Talsperre im Sauerland. Eingebettet zwischen dem Haarstrang im Norden und dem Arnsberger Wald im Süden, dient er neben dem Hochwasserschutz und der Stromerzeugung vor allem der Wasserversorgung von Millionen Menschen im Ruhrgebiet. Zudem ist der See ein beliebtes Naherholungsgebiet für Wassersportler, Naturfreunde und Camper sowie Lebensraum für seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten.

Trinkwasserreservoir
Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts bestand der Plan, am Zusammenfluss von Möhne und Heve ein gewaltiges Staubecken entstehen zu lassen, um so den Wasserstand der Ruhr zu regulieren. Für das Projekt wurden Hunderte Gebäude überflutet, das Dorf Kettlersteich sowie Teile von Delecke für immer unter den Wassermassen begraben. Die zwischen 1908 und 1913 aus Bruchsteinen errichtete Speermauer war seinerzeit die größte Stauanlage in Europa und ist heute ein technisches Kulturdenkmal. Sie hat eine Gesamthöhe von 40 m, eine Kronenlänge von 650 m und ? da für den öffentlichen Verkehr zugänglich ? eine Kronenbreite von annähernd 6,30 m. Öffnungen unterhalb der Fahrbahn ermöglichen bei Hochwasserspitzen einen Überlauf. Direkt unterhalb der Staumauer befindet sich ein kleines Ausgleichsbecken. Durch die Delecker Brücke, die Körbecker Fußgängerbrücke und den Stockumer Damm wird der 10 km lange Stausee in vier Becken gegliedert.

Tourismus und Naturschutz
Körbecke ist mit knapp 5000 Einwohnern Verwaltungssitz der 1969 gegründeten Gemeinde Möhnesee. Mit dem Freizeitpark, einem Strandbad und mehreren Segel- und Wassersportschulen ist die Ortschaft auch das touristische Zentrum der Region, die vor allem in den Sommermonaten zahlreiche Tages- und Wochenendgäste aus dem nahgelegenen Ruhrgebiet anzieht. Die Körbecker Fußgängerbrücke führt hinüber zur Jugendherberge an das dünn besiedelte Südufer — und zum 1961 gegründeten Naturpark Arnsberger Wald. Ein gut beschildertes Netz von Radwegen sowie mehrere Rundwanderwege führen durch das rund 480 km² große Waldgebiet, entlang dem See oder über den landwirtschaftlich geprägten Haarstrang, der mehrere Aussichtpunkte (z. B. Bismarckturm am Haarweg) bietet. Ein ausgewiesener Naturlehrpfad versucht auf der Hevehalbinsel die Interessen der touristischen Nutzung mit dem Naturschutz in Einklang zu bringen. Hier brüten alljährlich Blesshühner und Haubentaucher, rasten Schwarzstorch, Löffelente und Rotmilan. Gänsesäger, Zwergtaucher, Schellenten und Singschwäne sind oft beobachtete Wintergäste. Das nur 0,2 km² große Naturschutzgebiet Möhneaue bei Völlinghausen ist trotz seiner geringen Fläche ein Beispiel für die Vegetationsentwicklung in einer natürlichen Flussaue und Heimat einer Vielzahl von Insekten und Amphibien.
U. Kleinelümern

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