Luftverkehr

Deutschland – Verkehr

100750 | Seite 48 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 6.000.000
Luftverkehr |  | Deutschland – Verkehr | Karte 48/3

Informationen

Die Karte zeigt regionale und internationale Verkehrsflughäfen mit ihren Fluggastzahlen, dem Anteil von Billigfluggesellschaften, den Hauptzielgebieten der abfliegenden Reisenden und dem Luftfrachtaufkommen. Dabei ragt Frankfurt a. M. als Drehscheibe sowohl für den innerdeutschen und innereuropäischen, als auch für den interkontinentalen Luftverkehr deutlich heraus.

Flughäfen in Deutschland
In der Bundesrepublik Deutschland gibt es derzeit 17 Flughäfen, die als internationale Verkehrsflughäfen zugelassen sind; zu ihnen zählen Berlin-Schönefeld, Berlin-Tegel, Berlin-Tempelhof (Schließung 2008), Bremen, Erfurt, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, München, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Saarbrücken und Stuttgart. Ergänzt werden sie durch die insgesamt 15 Regionalverkehrsflughäfen in Braunschweig, Friedrichshafen, Dortmund, (Frankfurt)-Hahn, Heringsdorf, Karlsruhe/Baden-Baden, Lübeck, Memmingen, Neubrandenburg, Niederrhein-Weeze, Paderborn/Lippstadt, Rostock-Laage, Schwerin-Parchim, Siegerland und Westerland-Sylt. Zwischen regionalen und internationalen Verkehrsflughäfen besteht ein rechtlicher Unterschied insofern, als bei einem internationalen Verkehrsflughafen der Bund einen Bedarf für die Bereitstellung der Flugsicherung anerkannt hat, bei einem regionalen Verkehrsflughafen hingegen nicht. Eine dritte Gruppe von Flughäfen bilden die kleineren Verkehrsflughäfen wie etwa in Essen, auf denen allerdings kein Linien- und/oder Pauschalflugverkehr stattfindet.

Fluggäste und Destinationen
Auf den 20 internationalen und regionalen Verkehrsflughäfen in Deutschland mit mehr als 1 Mio. Fluggästen jährlich wurden im Jahre 2006 insgesamt 218,72 Mio. Fluggäste — also Einsteiger, Aussteiger, Umsteiger und Durchreisende — gezählt. Alle sonstigen Flughäfen und -plätze verzeichneten hingegen nur 4,58 Mio. Fluggäste.

Luftfracht und Billigfluggesellschaften
Das Luftfrachtaufkommen hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, allein in den Jahren von 2001 bis 2006 wurde ein Zuwachs von 43 Prozent verzeichnet. Die wichtigste Drehschreibe des Luftfrachtverkehrs in Deutschland ist der Flughafen Frankfurt/M. Von den im Jahre 2006 umgeschlagenen 3,22 Mio. Tonnen Luftfracht wurden 64 Prozent in Frankfurt, 22 Prozent in Köln/Bonn und 7 Prozent in München abgewickelt. Auch beim Luftpostaufkommen von 152 000 Tonnen pro Jahr hat Frankfurt den größten Anteil von rund 63 Prozent, der Rest verteilt sich relativ gleichmäßig auf München, Hannover, Stuttgart, Hamburg, Köln/Bonn und Berlin-Tegel mit Anteilen von jeweils 4 bis 9 Prozent (in absteigender Reihung). Gegenüber 2001 nahm das Luftpostaufkommen um 41,5 Prozent ab, was ein wichtiges Indiz für die rasante Verbreitung von elektronischen Kommunikationstechniken ist.
Der Anteil der Billigfluggesellschaften belegt, dass diese Verkehrsart etwa seit dem Jahre 2000 nicht mehr nur an ausgesprochenen Billigflugstandorten wie (Frankfurt)-Hahn, Berlin-Schönefeld und Köln/Bonn zu finden ist — wo die Billigfluggesellschaften 2006 mit Anteilen von mehr als 50 Prozent vertreten waren —, sondern dass sie inzwischen auch an fast allen Flughäfen mehr oder minder präsent ist. Eine Ausnahme bildet lediglich der Flughafen Frankfurt (nur 1,6 Prozent), dessen Betreibergesellschaft Fraport jedoch mit dem 115 Kilometer entfernt im Hunsrück gelegenen Konversionsflughafen Hahn einen eigenen Billigflughafen und zweiten Frachtstandort unterhält.
R. Löttgers, B. Richter