London - Übersicht

London/Paris

978-3-14-100700-8 | Seite 112 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 500.000
London | Übersicht | London/Paris | Karte 112/1

Informationen

Die Übersichtskarte zum Ballungsraum London zeigt die beträchtliche flächenhafte Ausdehnung der Bebauung innerhalb der Hauptstadt selbst und in ihrem suburbanen Raum. Um die verhältnismäßig kleine City of London, in der um 1700 bereits 500 000 Einwohner lebten, dehnte sich in den folgenden Jahrhunderten die Bebauung ringförmig zu einer Weltstadt mit 7,5 Mio. Einwohnern (2005) aus. Dabei verjüngt sich die Bebauung zunehmend bis zum inneren Rand des Grüngürtels (Green Belt), der London mit einer Breite von 7 bis 25 Kilometern umschließt. In diesem Bereich ist die Neubebauung eingeschränkt bzw. bestimmten Auflagen unterworfen; sie geht in eine Reihe von Landschaftsschutzgebieten über, die sich radial in die Region South East ausdehnen.

Außenbezirke, Flughäfen und Hafen
Jenseits des Grüngürtels liegen zahlreiche Siedlungen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Funktion, die durch ein radiales System von Eisenbahnlinien und Regionalstraßen mit den inneren Teilen Londons verbunden sind. Die Eisenbahnlinien enden in mehreren Kopfbahnhöfen, die Autobahnen münden in die Ringautobahn, die den Kern der Metropole in etwa 17 Kilometern Entfernung umgibt. Drei Viertel des gesamten britischen Fluggastaufkommens werden auf den fünf Londoner Flughäfen abgewickelt. Es sind dies im Westen der London Airport Heathrow (mit 67,7 Mio. Passagieren 2005), im Süden der London Airport Gatwick (32,7 Mio.), im Nordosten der in seinem Fluggastaufkommen stark angestiegene Flughafen Stansted (22 Mio.), im Norden der Flughafen Luton (9,1 Mio.) und in den östlichen Docklands der City Airport (2 Mio.).
Aufgrund seiner Lage zur rund 60 Kilometer entfernten Trichtermündung der Themse hatte London über viele Jahrhunderte auch die Funktion einer bedeutenden Hafenstadt. Technische, städtebauliche und wirtschaftliche Gründe haben in den letzten Jahrzehnten zu einer Aufgabe der ursprünglichen Hafenanlagen geführt. Gleichzeitig entstanden themseabwärts moderne Häfen wie beispielsweise der Containerhafen von Tilbury und die Ölhäfen an den Raffinerie-Standorten Coryton und Shell Haven.
Entlang der sternförmig auf das Zentrum zulaufenden Straßen befinden sich die älteren, an den Ausfallstraßen die jüngeren Konsumgüterindustrien, während stromabwärts Grundstoff- und Produktionsgüterindustrien vorherrschen. Die Industriestandorte im südlichen Lea Valley, nordöstlich der City of London, befinden sich seit Jahren in Auflösung. Das Lea Valley soll bei den Olympischen Spielen 2012 ein Teil des Olympischen Parks werden.
Unmittelbar jenseits des Grüngürtels liegen Städte, die in den vergangenen Jahrzehnten entweder, wie die "New Towns", unter funktionalen Gesichtspunkten als Planstädte neu gegründet wurden oder in denen zur Entlastung des Ballungsraumes die Bevölkerungsansiedlung gefördert wurde. Für große Teile der Bevölkerung dieser Ortschaften liegen die Arbeitsplätze aber im Ballungsraum London; nahezu der gesamte Südosten Englands gehört zum Pendlereinzugsbereich der Metropole. Etwa ein Fünftel der derzeit 4,6 Mio. Arbeitsplätze in London wird von Pendlern eingenommen.

Problem des suburbanen Wachstums
Um die extreme, vornehmlich durch Zuwanderung verursachte Bevölkerungszunahme (vgl. Diagramm Karte 113) und das damit verbundene, sehr flächenintensive suburbane Wachstum einzudämmen, wurden seit dem Zweiten Weltkrieg verschiedene Planungskonzepte zur Dezentralisierung von Industrie, Gewerbe und Bevölkerung entwickelt. Während der "Greater London Plan" von Abercrombie (1944) lediglich die Gründung wirtschaftlich weitgehend unabhängiger Entlastungsorte für jeweils rund 50 000 Einwohner bzw. den entsprechenden Ausbau vorhandener Landstädte jenseits des Grüngürtels vorsah, wurde in späteren Konzeptionen der gesamte Südosten Englands in die Planungen mit einbezogen. Eines der vordringlichen Ziele dabei war, durch Bevölkerungsverlagerung und die daraus resultierende Entlastung des Zentrums den monozentralen Ballungsraum in einen polyzentrischen Raum mit urbanen Gegenpolen zu verwandeln.
Städtebauliche Weichenstellungen sind auch von dem Olympic Park für das Jahr 2012 zu erwarten. Im neuen Fernbahnhof Stratford International Station, der 2006 fertiggestellt wurde, soll ab 2009 eine Eurostar-Schienenverbindung zum Kanaltunnel in Betrieb gehen; wie dieser Bahnhof an die City of London angebunden wird, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.
H.-W. Wehling

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