Lindau - Luftbild

Vom Bild zur Karte

100750 | Seite 8 | Abb. 2
Lindau | Luftbild | Vom Bild zur Karte | Karte 8/2

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Bei der Betrachtung des Kartenbilds von Lindau assoziiert man rasch den Begriff "Stadt". Es stellt sich allerdings die Frage, ob er zutreffend ist und welche Kennzeichen für seine Verwendung sprechen. Der Maßstab, der bei Luftbild und Karte gleich ist, erleichtert es, die Wege in dieser Stadt abzuschätzen. Er belegt auch, dass die Flächenausdehnung der Inselstadt nicht sehr groß ist; vom Bahnhof bis zum östlichen Ufer sind es beispielsweise nur etwa 700 Meter.

Erste Aufschlüsse aus dem Luftbild
Im westlichen Drittel fallen die ausgedehnten Verkehrsflächen auf: Es gibt einen Bahnhof mit zahlreichen Gleisen, einen riesigen Parkplatz, dazu noch einen weiteren im Norden, östlich der Inselhalle. Das Luftbild lässt auch erkennen, dass die Parkplätze zum Zeitpunkt der Aufnahme, an einem Dienstag im Mai, ziemlich stark besetzt sind. Dies lässt darauf schließen, dass die Inselstadt ziemlich viele Besucher hat. Als Ziele kommen beispielsweise die Häfen, die Spielbank oder die Inselhalle in Frage. Auch die Stadt selbst gibt sich mit Gassen und "Gässele", einem "Alten Rathaus", mit Kirchen und dem "Mangturm" am Hafen — der im Luftbild einen imponierenden Schatten wirft — als "sehenswürdig" zu erkennen. Die alten Abgrenzung und Befestigungen — im Osten "Auf dem Wall", im Norden "Auf der Mauer", im Westen der "Diebsturm" und der "Inselgraben" — deuten darauf hin, dass die Ursprünge des heutigen Lindaus im Mittelalter liegen. Tatsächlich war die Stadt am Bodensee zu dieser Zeit eine "freie Reichsstadt".
Ein Blick auf die Atlasseiten 20/21 zeigt die Lage Lindaus nicht nur zum Bodensee, sondern auch zu den Nachbarländern Österreich und der Schweiz, zu den Alpen und zum "Pfänder" vor dem Bregenzer Wald. Diese reizvolle geografische Lage im Länderdreieck macht einen großen Teil der heutigen Attraktivität aus. Die Besucher werden mit Slogans wie dem von der "romantischen Insel" und mit der "landschaftlichen Schönheit" des Umlandes gelockt. Tatsächlich wären die Fußgängerzone und mit ihr das kulturelle und gastronomische Angebot ohne den Tourismus wohl weniger groß. Stark geprägt durch den Tourismus präsentiert sich vor allem der Hafenplatz mit seinen Hotels und Restaurants, insbesondere westlich des Mangturms; im Luftbild lassen sich bei genauerem Hinsehen die Tische und Stühle im Freien erkennen.
G. Hoffmann