Lindau - Karte

Vom Bild zur Karte

978-3-14-100700-8 | Seite 13 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 7.000
Lindau | Karte | Vom Bild zur Karte | Karte 13/2

Überblick


Das Luftbild der historischen Stadt Lindau im Bodensee lässt sich maßstabsgetreu auf die Karte übertragen. Die Dimensionen von Luftbild und Karte stimmen überein. Dennoch entspricht der Maßstab der Karte nicht den genauen Entfernungen in der Wirklichkeit.
In diesem Fall handelt es sich um eine 7 000fach kleinere Darstellung. In der Maßstabsumrechnung entspricht in diesem Fall 1 Zentimeter in der Karte 70 Meter in der Wirklichkeit. Somit entspricht die wirklichkeitstreue Strecke von 700 Metern vom Hauptbahnhof bis zum östlichen Ufer in der Karte einer Entfernung von 10 Zentimetern.


Der Wohn- und Gewerbereich ist in der gesamten Stadt verteilt. Natürlich gibt es auch hier Schwerpunkte. So ist beispielsweise die Maximilianstraße mit ihren Bürgerhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert das Handelszentrum der Stadt. Dort befinden sich auch große Teile der Fußgängerzone.
Weiterhin gut zu erkennen sind zum Beispiel die beiden Kirchen St. Stephan und die Peterskirche am Marktplatz sowie das Alte Rathaus in der Nähe der Maximilianstraße. Bei ihnen handelt es sich um öffentliche Gebäude, weil sie von Jedem betreten werden dürfen. weshalb sie in der Karte als öffentliche Gebäude bzw. topographische Besonderheiten dieser Stadt markiert sind.
Im Westteil der Stadt liegt der Hauptbahnhof. Er liegt als Kopfbahnhof am Rand der Stadt und ist der Endhaltepunkt für die von München kommende Allgäubahn. Die Züge fahren alle über den im Uferbereich errichteten, mehrere hundert Meter langen Eisenbahndamm. Vom Hauptbahnhof aus starten Züge nach Bregenz in Österreich, München oder Friedrichshafen.

G. Hoffmann, J. Seibel

Info Plus

Bei der Betrachtung des Kartenbilds von Lindau assoziiert man rasch den Begriff "Stadt". Es stellt sich allerdings die Frage, ob er zutreffend ist und welche Kennzeichen für seine Verwendung sprechen. Der Maßstab, der bei Luftbild und Karte gleich ist, erleichtert es, die Wege in dieser Stadt abzuschätzen. Er belegt auch, dass die Flächenausdehnung der Inselstadt nicht sehr groß ist; vom Bahnhof bis zum östlichen Ufer sind es beispielsweise nur etwa 700 Meter.

Funktionale Gliederung und Tourismus
Der zentrale Ort, die Inselstadt mit ihrer Fußgängerzone, hat einen recht großen Einzugsbereich. So gehört zur Stadtgemeinde Lindau seit 1922 ein Territorium auf dem Festland, das in der Sprache der Touristik als "Gartenstadt" bezeichnet wird. Deren Fläche übertrifft die der Insel bei weitem, gleiches gilt für die Anzahl der Bevölkerung. Die gewerblichen Arbeitsplätze Lindaus liegen zum weit überwiegenden Teil auf dem Festland. Darüber hinaus findet man dort auch Läden und Dienstleistungen für Bewohner und Touristen. Auf der Insel ist das Dienstleistungsangebot aufgrund des hohen Gästeaufkommens dennoch weitaus größer als es der Einwohnerzahl entsprechen würde.
Der Tourismus ist erheblichen jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen; die Hauptsaison erstreckt sich von Mitte Juni bis Mitte September. Kennzeichnend für das deutlich geringere Besucheraufkommen außerhalb dieses Zeitraums ist der Umstand, dass die "Weiße Flotte" der Fahrgastschiffe auf dem Bodensee ihren Linienverkehr Ende Oktober einstellt. In Hotels und Gaststätten wird es dann ruhiger, beim Einkaufen bleibt Zeit für ein Schwätzchen, die Hektik auf den Fahrstraßen und Parkplätzen ist vorüber, kurz: Die Inselbewohner sind weitgehend unter sich.
Der Saisonverlauf hat Vor- und Nachteile. Einerseits ist der Tourismus wirtschaftlich von großer Bedeutung, weil er mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen beschäftigt. Eine Verlängerung der Saison würde den Ausnutzungsgrad aller Einrichtungen — der im Sommer bei deutlich über 90 Prozent, insgesamt aber unter 50 Prozent liegt — deutlich erhöhen, und damit auch deren Rentabilität. Manche Saisonarbeitsplätze könnten in Dauerarbeitsplätze umgewandelt werden. Zum anderen wissen die "Insulaner" die ruhigeren Zeiten auch zu schätzen. Entsprechend sind die Meinungen geteilt, wenn es um die Frage der Saisonverlängerung geht. Aus wirtschaftlichen Gründen sind aber doch einige Anstrengungen gerade darauf gerichtet. So bietet sich die Inselstadt besonders im Herbst und Frühjahr als Kongressstadt an.

Personengruppen und Nutzungsansprüche
Wie sich diesen Ausführungen entnehmen lässt, finden sich in Lindau verschiedene Personengruppen, die ein sehr ähnliches Verhalten hinsichtlich sozialgeographischer Kriterien zeigen. Zu ihnen zählen die Einwohner der Inselstadt, die Bewohner der Ortsteile auf dem Festland, die Hotelgäste, die Kurzzeitbesucher — die besonders an den Wochenenden in die Stadt am Bodensee strömen —, nicht zuletzt auch die Berufszugehörigen, deren Tätigkeiten auf den Tourismus ausgerichtet sind; sei es unmittelbar in Hotels, Gaststätten und gewissen Sporteinrichtungen oder mittelbar wie im Einzelhandel. Diese "Gruppen" überschneiden sich, weil Menschen beispielsweise als Autofahrer, Fußgänger, Käufer, Angestellte verschiedene Rollen einnehmen. Aus der Perspektive dieser Gruppen sind einige Probleme besser zu verstehen, die sich für die Bewohner und Besucher der Inselstadt Lindau ergeben.
Exemplarisch steht hierfür der Verkehr: Die Insel ist zweifach mit dem Festland verbunden, durch den Eisenbahndamm und die Seebrücke. Weil die Kapazitäten für den "ruhenden Verkehr" nicht unerschöpflich sind, gibt es einen weiteren Parkplatz auf der Festlandseite der Brücke. Für eine gewisse Entlastung sorgen die Linienbusse und, besonders im Schülerverkehr, die Nahverkehrszüge.
Umgekehrt gibt es auch zentrale Einrichtungen auf dem Festland. Die überregionale Erreichbarkeit ist gut. Es gibt durchgehende Eisenbahnverbindungen nach Stuttgart, München, Zürich, St. Gallen, Innsbruck, Augsburg und Nürnberg; im Nahbereich existieren grenzüberschreitende Zugverbindungen nach Österreich (Bregenz, Feldkirch) und in die Schweiz (St. Margrethen). Während der Saison sind die Schiffe auch für die Einheimischen wichtige Verkehrsmittel. Die Autobahn, die das Stadtgebiet im äußersten Osten schneidet, verbindet Lindau mit München und Mailand.
G. Hoffmann

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