Leipzig - Innenstadtentwicklung seit 1990

Industrieraum Halle-Leipzig

978-3-14-100700-8 | Seite 39 | Abb. 5 | Maßstab 1 : 12.500
Leipzig | Innenstadtentwicklung seit 1990 | Industrieraum Halle-Leipzig | Karte 39/5

Informationen

Leipzig, zu DDR-Zeiten die zweitgrößte Stadt in Ostdeutschland, musste nach der Wende zunächst einen starken Bedeutungsverlust hinnehmen, der sich auch in stark sinkenden Einwohnerzahlen bemerkbar machte. Lebten zu Beginn des Jahres 1989 noch 545 000 Menschen in der traditionsreichen Universitäts- und Messestadt, wurden zehn Jahre später nur noch 437 000 Einwohner registriert. Trotz wirtschaftlicher Probleme ist es Leipzig in den vergangenen Jahren gelungen, sich durch städtebauliche Investitionen und eine starke Erweiterung des Einzelhandelsangebots in der Innenstadt wieder als oberzentrales Versorgungszentrum zu positionieren. Inzwischen zählt Leipzig zu den attraktivsten Einzelhandelsplätzen in Ostdeutschland, die Zahl der Einwohner nimmt wieder zu (Anfang 2007: 506 000)

Großprojekte in der Leipziger Innenstadt
Die Leipziger Innenstadt wird klar definiert durch einen Verkehrs- und Grünring, den "Promenadenring", der den etwa einen halben Quadratkilometer großen Stadtkern vollständig umgibt. Der Citybereich wird durch ein System von Durchgängen, Passagen und Lichthöfen durchzogen, das in seiner Komplexität in Deutschland einmalig ist. Es bietet den Passanten mannigfaltige Möglichkeiten zur Durchquerung der City und dem Einzelhandel vielseitige Möglichkeiten.
In dem Zeitraum von 1996 bis 2006 wurden durch den Einzelhandel eine ganze Reihe von Großprojekten in der Leipziger Innenstadt realisiert. Dazu zählt im weiteren Sinne auch das 1997 fertig gestellte Handels- und Dienstleistungszentrum "Promenaden Hauptbahnhof" im Leipziger Hauptbahnhof, das nunmehr auch zur Innenstadt zählt. Ansonsten finden sich die meisten realisierten Großprojekte in dem Bereich Mitte zwischen Markt und Schillerstraße, in dem unter anderem der Petersbogen, der Petershof, das Messehaus am Markt, die Marktgalerie, der Kaufhof und die Stadtgalerie (Karstadt) eröffnet wurden, wodurch sich die Verkaufsfläche drastisch erhöht hat. Gleichzeitig liegt in diesem Bereich eindeutig der neue räumliche Schwerpunkt des Einzelhandelsangebots.
Die wichtigsten Einkaufsstraßen im nördlichen Innenstadtbereich sind die Hain- und Nicolaistraße. Auch hier hat es zwar eine Reihe von Sanierungen und Neubauten gegeben, allerdings fehlen hier die neuen, großflächigen Geschäfte wie im Bereich Mitte, weil durch die historische Bausubstanz die kleinflächigen Handelsstrukturen vorgegeben sind. Zwei städtebauliche Großprojekte in der nördlichen Innenstadt sind der Neubau des Museums der Bildenden Künste und die noch in der Planung befindliche Neuerrichtung der "Brühlschen Höfe" zwischen der Richard-Wagner-Straße und dem Brühl. Die Fertigstellung des lange umstrittenen Citytunnels für die Leipziger S-Bahn, von dem sich die Befürworter eine weitere Erhöhung der Passantenfrequenz im Innenstadtbereich erhoffen, wird für 2010/2011 erwartet.

Strukturmerkmale des Einzelhandels
Seit 1997 hat sich die Verkaufsfläche in der Leipziger Innenstadt insgesamt um über 80 Prozent auf derzeit rund 170 000 m² erhöht. Besonders stark sind die Zuwächse im Süden, wo sich die Verkaufsfläche nahezu verdoppelt, und in Mitte, wo sie sich annähernd verdreifacht hat. Im Bereich Nicolaistraße war bis 2003 ebenfalls eine Zunahme um rund 40 Prozent zu verzeichnen; seitdem musste der Einzelhandel in der nördlichen City allerdings teilweise drastische Einbrüche beim Verkaufsflächenbesatz verzeichnen.
Den mit Abstand größten Verkaufsflächenanteil und die stärksten Zuwachsraten in den letzten Jahren konnte die Warengruppe Bekleidung/Schuhe/Sport verzeichnen, die derzeit über 60 Prozent der Verkaufsfläche belegt. Gefolgt wird sie mit deutlichem Abstand von den Warengruppen Einrichtungs- und Hausratswaren (11 Prozent), Bücher und Spielwaren (8 Prozent), Elektrowaren (6 Prozent) und anderen. Parallel zur Ausweitung der Verkaufsflächen ist auch die Passantenfrequenz in der Leipziger City zwischen 1996 und 2006 um annähernd 80 Prozent gestiegen, mit einem deutlichen Schwerpunkt in der Petersstraße, die sich vor allem seit der Eröffnung der Stadtgalerie (Karstadt) zu einer der am stärksten frequentierten Einkaufsstraßen in Deutschland entwickelt hat.
K. Lückemeier, J. Richert

Materialien zu dieser Karte

Weitere Materialien

PDF-Datei

Passantenfrequenzen in der Leipziger Innenstadt zwischen 1996 und 2006

Quelle: GMA mbH; Büro Erfurt, Stadt Leipzig, Stadtplanungsamt, Stadtentwicklungsplanung
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PDF-Datei

Entwicklung der Verkaufsfläche in Leipzig und seiner Innenstadt im Vergleich zwischen 1999 und 2007

Quelle: Stadt Leipzig, Stadtplanungsamt
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Graphiken

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Leipzig Mädlerpassage

Foto: Stadt Leipzig, Stadtplanungsamt
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Leipzig Petersbogen

Foto: Stadt Leipzig, Stadtplanungsamt
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