Lauchröden - Dorferneuerung

Deutschland - Wandel ländlicher und städtischer Siedlungen

978-3-14-100800-5 | Seite 76 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 4.000
Lauchröden | Dorferneuerung | Deutschland - Wandel ländlicher und städtischer Siedlungen | Karte 76/3

Überblick

Das Bundesland Thüringen verfügt über touristische Anziehungspunkte wie Erfurt, Weimar oder Eisenach, wird aber ansonsten vor allem durch den ländlichen Raum geprägt. Seine 2700 Dörfer stehen für landwirtschaftliche Leistungskraft und eine entsprechende funktionelle und gestalterische Eigenart. Trotz aller gesellschaftlichen Veränderungen wurde hier über Jahrhunderte „die Kirche im Dorf belassen“, soll heißen, eine besondere nichtstädtische Lebensform bewahrt.

Das Beispiel Lauchröden

Das Dorferneuerungsprogramm in Lauchröden steht beispielhaft für viele Dörfer in Thüringen. Der ehemals selbstständige Ort ist seit 2004 ein Ortsteil der Gemeinde Gerstungen und hat knapp 1000 Einwohner (Stand 2013). Seine landwirtschaftlich geprägte Bau- und Siedlungsstruktur ist noch deutlich ablesbar, auch wenn heute die Wohnfunktion dominiert. Es gibt kaum Gewerbeflächen. Prägenden Einfluss auf die Dorfgeschichte hatten die Jahre von 1949 bis 1989, als direkt an der Werra die innerdeutsche Grenze verlief und Lauchröden alle negativen Auswirkungen des DDR-Grenzregimes zu spüren bekam. Dementsprechend befanden sich Bausubstanz und Infrastruktur zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung in einem sehr schlechten Zustand.

Ein Durchbruch war erst in Sicht, als der Ortsteil 2002 die Anerkennung als Förderschwerpunkt der Dorferneuerung erhielt. Die Dorfentwicklungsplanung 2003 entstand unter breiter Mitwirkung der Bevölkerung, ein Dorferneuerungsbeirat begleitete den Prozess.

Schwerpunkt bei den kommunalen Vorhaben war das Bürgerhaus, um den Platzbedarf der zahlreichen ortsansässigen Vereine zu stillen und einen Ort für private oder öffentliche Veranstaltungen zu schaffen.

Der Dorfentwicklungsplanung entsprechend wurden weitere wichtige Vorhaben der Gemeinde realisiert, darunter die Verbesserung der Werra-Ufergestaltung als Ergänzung zum Bootsanleger, die Sanierung und Erneuerung von Fußwegen, der grundhafte Ausbau von gemeindeeigenen Straßen und die Verknüpfung von Rad- und Wanderwegen. Wichtig war dabei die Koordinierung der Straßen- und Tiefbaumaßnahmen mit dem Bau neuer Abwassersammler und einer biologischen Kläranlage. Am Ufer der Elte wurde der alte Baumbestand durch die Anpflanzung neuer Baumreihen ergänzt. Auch Privateigentümer haben die Möglichkeiten des Dorferneuerungsprogramms zur Verschönerung ihrer Anwesen und zur Aufwertung des Ortsbildes genutzt. Bezuschusst wurde die Sanierung von ortsbildprägenden Fachwerkgebäuden, z. B. des Pfarrhauses.

Die meisten Vorhaben wurden im Anerkennungszeitraum 2004 – 2008 realisiert, in dem Fördermittel von EU, Bund und Freistaat zur Verfügung standen. Durch die Erhaltung des historischen Dorfkerns, aber auch durch die Lage am Fluss, die Wanderherberge, den Werra-Radweg und die Nähe zu Eisennach hat Lauchröden touristisch stark an Attraktivität gewonnen. In Thüringen haben inzwischen mehr als drei Viertel aller Dörfer von den Fördermöglichkeiten des Programms zur Dorferneuerung profitiert.

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