Langeoog (Ostfriesland) - Tourismus an der Küste

Deutschland - Tourismus
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Überblick

Langeoog ist eine Insel im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Das Seebad ist damit typisch für die deutsche Nord- und Ostseeküste (s. Karte 62.1). Schon seit Jahrzehnten ist der Tourismus der mit Abstand wichtigste Wirtschaftsfaktor.

Heute kommen auf jeden der gut 1750 Einwohner (Stand 2014) mehr als fünf Gästebetten. Im Jahr 2000 wurden auf Langeoog etwa 170 000 Urlaubsgäste (ohne Tagesgäste) und 1,61 Mio. Übernachtungen gezählt, im Jahr 2010 waren es 204 000 Gäste und 1,56 Mio. Übernachtungen. Diese Zahlen belegen den allgemeinen Trend zu häufigeren, dafür aber kürzeren Reisen. Der Tourismus auf Langeoog weist eine starke saisonale Abhängigkeit auf, mit deutlicher Spitze im Sommer und starken Rückgängen im Winter. Der Campingtourismus hat an den Übernachtungen nur einen geringen Anteil von rund zwei Prozent.

Der Schwerpunkt des Kurbetriebs liegt auf Mutter-Kind- und Vater-Kind-Kuren. Zu den Attraktionen des autofreien Nordseeheilbads zählen neben dem 14 Kilometer langen Sandstrand der 1908 erbaute Wasserturm, das Wahrzeichen der Insel. Im Kurzentrum gibt es ein Meerwasser-Erlebnisbad, nur wenige Schritte weiter liegen das Schifffahrtsmuseum mit Nordsee-Aquarium und Museumsrettungsboot. Auf dem Osterhook, dem Ostende der Insel, lassen sich oft Seehunde beobachten.

Wie andere Ostfriesische Inseln auch ist Langeoog einer starken Ostwanderung unterworfen, weil die Meeresströmung die Insel vor allem im Westen erodiert und den Sand am Ostende ablagert. Deshalb liegt der Ortskern heute im Westen, obwohl die Siedlung einst in der Inselmitte gegründet wurde. Dennoch kommt Langeoog bislang als einzige der Ostfriesischen Inseln ohne Küstenschutzbauwerke auf der Seeseite aus. Die Lahnung an der Südseite dient dem Uferschutz und der Landgewinnung. Zu erreichen ist die Insel mit der Fähre oder mit dem Flugzeug.

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